Syrien bezog Grundstoffe für Chemiewaffen aus Großbritannien

9. Juli 2014, 14:17
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Regierung deklarierte Herkunft der Vorläufersubstanzen

London – Eine von der syrischen Regierung an die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) übermittelte Deklaration schlüsselt auf, woher das Land Grundstoffe für Kampfstoffe wie Sarin bezog.

Das Dokument, das dem britischen Sender BBC vorliegt und in einer der nächsten "Newsnight"-Sendungen präsentiert werden soll, belegt, dass hunderte Tonnen von Substanzen wie Dimethylphosphat, Trimethylphosphat und Hexamin (als Trockenbrennstoff "Esbit" auch im Campingbedarf erhältlich) in den 80er-Jahren aus Großbritannien bezogen wurden.

Lieferungen noch 2003

Diese Geschäfte waren damals legal, erst nach 1985 wurden die entsprechenden Gesetze verschärft. Gerätschaften wie elektrische Ventilatoren, die sowohl in der zivilen Chemieindustrie als auch in der Herstellung von Kampfstoffen verwendet werden, wurden noch 2003 nach Syrien verkauft und dort in einer Anlage zur Sarinproduktion verwendet, meldete die BBC.

Die syrischen Angaben konnten mittlerweile durch Überprüfungen britischer Chemikalienhandelsfirmen bestätigt werden. Insgesamt lieferten Firmen aus 16 Staaten Grundstoffe, die für die Herstellung von Kampfstoffen geeignet sind, sieben Länder stellten auch Ausrüstung zur Verfügung. (red, derStandard.at, 9.7.2014)

  • Die syrischen Chemiewaffen werden derzeit an Bord des US-Spezialschiffs "Cape Ray" vernichtet.
    foto: ap/adriana sapone

    Die syrischen Chemiewaffen werden derzeit an Bord des US-Spezialschiffs "Cape Ray" vernichtet.

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