Fachhochschulen drängen auf mehr Mittel für Ausbau

9. Juli 2014, 12:17
12 Postings

FHK-Chef Holzinger: Für Einhaltung des Regierungsprogramms wären über 120 Millionen Euro zusätzlich nötig 

Wien - Die Fachhochschulkonferenz (FHK) hat am Mittwoch erneut auf mehr Geld für den Ausbau der Studienplätze gedrängt. Mit den im neuem FH-Entwicklungs- und Finanzierungsplan fixierten Mitteln sei der im Regierungsprogramm vorgesehene Ausbau auf 50.000 Plätze bis 2018 nicht möglich. Zudem brauche es dringend eine Anhebung der Mittel pro Studienplatz, so FHK-Chef Helmut Holzinger.

Ausbauziel

Der Fachhochschulentwicklungs- und Finanzierungsplan, dessen Begutachtungsfrist heute endet, verfehle das von der Regierung festgelegte Ausbauziel für 2018 um 1.500 Studienplätze, kritisierte Holzinger und verwies darauf, dass alleine 2013/14 von fast 54.000 Studieninteressenten an den FH 36.000 mangels Plätze abgelehnt werden mussten. Wolle man die Qualität des Studienangebots beibehalten, müsse außerdem bei den Fördersätzen nachgebessert werden, die die FH pro besetztem Studienplatz erhalten und die seit 2009 nicht angehoben wurden. Insgesamt sieht die FHK für die Jahre 2016 bis 2018 zusätzlichen Bedarf von mehr als 120 Millionen Euro, davon 102 Millionen für den Teuerungsausgleich der Fördersätze und 19,6 Millionen für zusätzliche Plätze.

Entwicklungsplan

Prinzipiell ist die FHK laut Holzinger zwar froh, dass es nach dem Auslaufen des Entwicklungsplans im Sommer 2013 wieder ein Instrument gebe, mit dem die FHs für die kommenden Jahre planen könnten. Zur Erfüllung der darin vorgegebenen Qualitätskriterien und des ursprünglich geplanten Ausbaus auf 50.000 Plätze brauche man aber das entsprechende Geld. Holzinger appellierte deshalb an die Regierung, ihre eigenen Ziele einzuhalten und betonte in Richtung von Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP): "Wir brauchen einen großen und zukunftsträchtigen Wurf und nicht kleine, zögerliche Schritte." FHK-Generalsekretär Kurt Koleznik will das Finanzministerium generell stärker in die Pflicht nehmen. Man sei d'accord, dass es den Ausbau der FH brauche. Zur Umsetzung dieses Ziels sei es allerdings notwendig, dass das Finanzministerium Gespräche mit der Fachhochschulkonferenz aufnehme.

Gefragte Absolventen

Dass es mehr Geld geben muss, steht für Holzinger außer Frage: Immerhin gebe es auch den Bedarf nach FH-Absolventen in Wirtschaft und Industrie. Sparvorgaben etwa mit Verweis auf die hohen Kosten des Abbaus der Hypo Alpe Adria Bank will er nicht akzeptieren. "Ich kann nicht eine Finanzbewertung der Vergangenheit gegen die Zukunft tauschen." Auch ein Ausspielen von Unis gegen die FHs lehnt er ab: "Es gibt einen Hochschulsektor und der braucht eine adäquate Finanzierung." (APA, 9.7.2014)

Share if you care.