Zehn Schiffe sollen Costa Concordia nach Genua eskortieren

10. Juli 2014, 13:54
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Schiff muss um zwölf Meter gehoben werden - 190 Seemeilen sollen bis 24. Juli bewältigt werden

Rom - Der Countdown für die geplante Abschleppung des havarierten Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia läuft. Ab kommenden Montag kann die letzte Reise des Schiffes zum Hafen von Genua beginnen, berichteten italienische Medien am Mittwoch.

Zehn Schiffe werden die Costa Concordia von der Insel Giglio bis Genua eskortieren, wo sie verschrottet werden soll. Die 280 Kilometer lange Strecke soll bei einer Geschwindigkeit von zwei Knoten in 72 bis 96 Stunden zurückgelegt werden, berichtete die Tageszeitung "La Stampa" am Donnerstag.

Keine zu hohen Wellen erlaubt

Besonders wichtig sind die Wetterbedingungen, da das Wrack keine Wellen höher als 2,6 Meter aushalten kann. Für den Transport wurden 30 schwimmende Behälter am Rumpf des Schiffes angebracht, die die Costa Concordia an der Wasseroberfläche halten sollen. Zwei Schiffe werden die Costa Concordia ziehen, zwei weitere stehen für etwaige Notfälle zur Verfügung. Die weiteren Schiffe halten sich zum Einsatz bereit, sollte es zu umweltgefährdenden Zwischenfällen kommen.

Vor der Costa Concordia wird ein Schiff mit Meeresbiologen fahren. Die Wissenschafter werden dafür sorgen, dass sich Delfine nicht zu stark dem Schiffskonvoi nähern. Die Costa Concordia wird nämlich bei der Überstellung ein als "Heiligtum der Wale" genanntes multinationales Meeresschutzgebiet zwischen Sardinien und den Küsten der italienischen Regionen Ligurien und Toskana durchqueren.

Ende des Überstellung für 24. Juli geplant

Schiffe der Küstenwache und der Polizei werden dafür sorgen, dass sich niemand in einem Umkreis von drei Seemeilen unerlaubt dem Costa-Concordia-Konvoi nähert. Auch der Flugraum über dem Gebiet, das vom havarierten Luxusliner befahren wird, wird geschlossen. Medienleute, die über die spektakuläre Operation berichten wollen, werden sich mit den offiziellen Bulletins, Fotos und Videoaufnahmen begnügen müssen, die der Zivilschutz liefern wird.

foto: reuters/alessandro bianchi
Luftaufnahme der auf der Seite liegenden Costa Concordia vom August 2013.

Läuft alles nach Plan, beginnen am Montag die Vorbereitungen für die Wegschleppung. Dabei werden die Fachleute des mit der Abschleppung beauftragen Konsortiums Titan-Micoperi die Schwimmfähigkeit des Schiffes überprüfen. Sollten es die Wetterbedingungen erlauben, soll die Costa Concordia am 20. Juli ihre letzte Reise beginnen und am 24. Juli im Hafen Genuas eintreffen, was einer Strecke von 190 Seemeilen entspricht.

Der Cheflotse in Genua, Giovanni Lettich wird vor der ligurischen Hafenstadt den Einzug des Schiffes in den Hafen koordinieren. Lettich war auch bei der Einweihung der Costa Concordia im Hafen von Sestri Ponente bei Genua im Jahr 2006 an Bord des Kreuzers. (APA, 9.7.2014)

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