Zweiter Fall von US-Spionage in Deutschland aufgeflogen

9. Juli 2014, 11:55
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Hausdurchsuchungen bei verdächtiger Person

Das Verhältnis zwischen den USA und Deutschland wird durch einen weiteren Spionagefall  belastet. Laut Informationen von NDR, WDR und der "Süddeutschen Zeitung" durchsuchen das deutsche Bundeskriminalamt und die Bundesanwaltschaft derzeit Büro und Wohnräume eines Verdächtigen, der ebenfalls für den US-Geheimdienst CIA spioniert haben soll.

Es gebe einen Anfangsverdacht wegen geheimdienstlicher Tätigkeit, hieß es. Die verdächtige Person soll im militärischen Bereich gearbeitet haben und soll noch am Mittwoch von der Bundesanwaltschaft einvernommen werden. Laut "Süddeutscher Zeitung" soll der nun aufgeflogene Spionagefall noch schwerwiegender sein als jener, der in der vergangenen Woche aufgedeckt wurde.

Obama uninformiert

US-Präsident Barack Obama wusste laut einem Bericht der "New York Times" nicht über die Spionage beim deutschen Bundesnachrichtendienst Bescheid, als er am vergangenen Donnerstag mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel telefonierte.

Der in der Vorwoche festgenommene BND-Mitarbeiter soll für die CIA tätig gewesen sein. Er soll innerhalb von zwei Jahren 218 Dokumente um 25.000 Euro an US-Geheimdienste verkauft haben. Merkel habe das Thema in dem Telefonat mit dem US-Präsidenten nicht angesprochen, berichtete das Blatt. Unklar sei auch, wer beim US-Geheimdienst informiert war.

Brennan um Schadensbegrenzung bemüht

Die Affäre hat indes auch CIA-Chef John Brennan auf den Plan gerufen. Er hat nach Informationen von "Spiegel Online" mit dem Geheimdienstkoordinator im deutschen Kanzleramt, Klaus-Peter Fritsche, telefoniert, um den Schaden in der Affäre zu begrenzen. Über den Inhalt des Gesprächs hüllten sich beide Seiten in Schweigen, hieß es in dem Bericht am Mittwoch. (APA, red, derStandard.at, 9.7.2014)

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