Altersbedingte Makuladegeneration tritt viel früher auf als bisher angenommen

8. Juli 2014, 17:48
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In einer umfangreichen Studie wiesen knapp vier Prozent der 35- bis 44-Jährigen Probanden klinische Zeichen der Erkrankung auf

Mainz - Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist in den westlichen Industriestaaten die häufigste Ursache für schlechtes Sehen und Erblinden. Fraglich ist jedoch, ob sie weiterhin als eine Alterskrankheit definiert werden kann, die frühestens nach dem 50. Lebensjahr auftritt.  Im Rahmen einer umfangreichen Gesundheitsstudie haben Forscher der Augenklinik der Universitätsmedizin Mainz festgestellt, dass bereits unter 50-Jährige von einer frühen Form der Augenkrankheit betroffen sind: knapp vier Prozent der 35- bis 44-Jährigen Studienteilnehmer wiesen bereits klinische Zeichen einer frühen AMD auf.

Um die alters- und geschlechtsspezifische Krankheitshäufigkeit zu bestimmen, werteten die Forscher Fundusbilder von 4.340 Teilnehmern im Alter zwischen 35 und 74 Jahren aus. Erwartungsgemäß belegten die Untersuchungen, dass die Häufigkeit der AMD mit dem Alter zunimmt. Bemerkenswert sei jedoch, dass bereits unter 50-Jährige von einer frühen Form der AMD betroffen sein können: In der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen zeigte sich bei 3,8 Prozent der Studienteilnehmer bereits eine frühe AMD.

Neue Definition erforderlich

Die bislang gültige Definition als Erkrankung, die erst nach dem 50. Lebensjahr auftritt, müsse somit in Frage gestellt werden, so die Forscher. Die Ergebnisse der Untersuchungen würden zudem Einblick in die Prävalenz der Verlaufsformen geben: Durchschnittlich zwölf Prozent der untersuchten 35- bis 74-Jährigen hatten eine frühe AMD. Die späte, mit oft ausgeprägterer Sehbehinderung einhergehende Form wiesen hingegen lediglich 0,2 Prozent der Studienteilnehmer auf.

"Unsere Forschungen zeigen, dass die altersbedingte Makuladegeneration bereits viel früher als bislang angenommen auftreten kann. Daraus ergeben sich eventuell auch Konsequenzen für die Vorsorgeuntersuchungen dieser Erkrankungen“, resümiert Korb. (red, derStandard.at, 8.7.2014)

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