Vorarlberger Landesrat: Deserteursdenkmal im Sommer 2015

8. Juli 2014, 17:43
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Im September wird der Ideenwettbewerb ausgeschrieben

Bregenz - Ernst Volkmann, Gitarrenbauer und dreifacher Vater, lebte mit seiner Familie in einem kleinen Haus neben der Bregenzer Pfarrkirche St. Gallus. 1941 wurde der 39-jährige bekennende Katholik zur Wehrmacht eingezogen. Volkmanrn verweigerte den Eid auf den Führer, ein halbes Jahr später wurde er hingerichtet.

Seit 2010 erinnert eine blaue Stele, geschaffen vom Dornbirner Künstler Georg Vith, an Volkmann. Ähnlich einer Bushaltestelle leuchtet die Stele vor Kirche und dem dominanten Kriegerdenkmal. Wie Volkmann sollte aller 64 Vorarlberger Opfer der NS-Militärjustiz gedacht werden, darüber sind sich Politik und Historiker mittlerweile einig.

Ideenwettbewerb im September

Stehen wird das Deserteursdenkmal in Bregenz, auch das ist Konsens. Unklar war bis vor Kurzem der Zeitplan. Denn seit der Konstituierung einer Expertengruppe im Jänner 2013 war wenig geschehen. Es fehle am Geld, hieß es aus dem Rathaus.

Grünen-Klubobmann Johannes Rauch vermutete in einer Landtagsanfrage "Verschleppung bis nach der Landtagswahl" und wollte konkrete Daten wissen. Die Finanzierung sei gesichert, teilte Kulturlandesrat Harald Sonderegger (VP) in der Anfragebeantwortung mit. 90.000 Euro von Land, Stadt Bregenz und Gemeindeverband stünden zur Verfügung. Der Zeitplan: Im September wird der Ideenwettbewerb ausgeschrieben, im November die Jury tagen. Im Sommer 2015 soll das Denkmal der Öffentlichkeit präsentiert werden. (jub, DER STANDARD, 8.7.2014)

  • An dieser blauen Stele hält nicht der Bus. Hier wird an Ernst Volkmann  erinnert, der den Kriegsdienst verweigerte und dafür ermordet wurde.
    foto: vith

    An dieser blauen Stele hält nicht der Bus. Hier wird an Ernst Volkmann erinnert, der den Kriegsdienst verweigerte und dafür ermordet wurde.

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