US-Schiff beginnt mit Zerstörung syrischer Chemiewaffen

8. Juli 2014, 15:54
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"MV Cape Ray" auf dem Mittelmeer im Einsatz

Damaskus/Den Haag - Die Besatzung des US-Spezialschiffs "MV Cape Ray" hat auf dem Mittelmeer mit der Zerstörung des syrischen Chemiewaffenarsenals begonnen. Die Vernichtung der Giftgasbestände werde rund zwei Monate in Anspruch nehmen, teilte das Pentagon am Montag in Washington mit. "Wir rechnen damit, dass die Neutralisierung etwa 60 Tage dauern wird", sagte Pentagon-Sprecher Steven Warren.

Die genaue Dauer des Einsatzes hänge von den Wetterbedingungen auf hoher See ab. Die "MV Cape Ray" hatte in der vergangenen Woche in der süditalienischen Hafenstadt Gioia Tauro hunderte Tonnen chemischer Kampfstoffe geladen, die ein dänischer Frachter aus Syrien abgeholt hatte, und war dann wieder in See gestochen.

Hydrolyse

Die Vernichtung erfolgt nun auf hoher See im sogenannten Hydrolyseverfahren unter Einsatz von Wasser und diversen Chemikalien. Zum genauen Einsatzgebiet äußert sich das Pentagon aus Sicherheitsgründen nicht. Die Hydrolyseanlagen wurden auf der "MV Cape Ray" eigens installiert. Bedient werden sie von mehr als 60 Spezialisten. Hinzu kommen 35 Crewmitglieder und Sicherheitskräfte zum Schutz des Schiffs. Die zurückbleibenden Reststoffe werden von privaten Spezialfirmen im niedersächsischen Munster und in Finnland entsorgt.

Bewacht wird das US-Schiff von zwei Fregatten, darunter das deutsche Bundeswehrschiff "Schleswig-Holstein". Es hatte am Sonntag die Fregatte "Augsburg" und ihre 180 Soldaten starke Besatzung abgelöst, die bereits rund 70 Tage im Einsatzgebiet unterwegs war. Um die "MC Cape Ray" vor Angriffen zu schützen, kontrollieren die deutschen Soldaten den Seeverkehr, sie überwachen den See- und Luftraum und erstellen Lagebilder.

Syriens Staatschef Bashar al-Assad hatte der Vernichtung der Kampfstoffe unter Aufsicht der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) zugestimmt, nachdem die USA wegen eines Giftgasangriffs mit bis zu 1.400 Toten im August 2013 nahe der Hauptstadt Damaskus mit einem Militärangriff gedroht hatten. Der Westen machte Assad für den Chemiewaffeneinsatz verantwortlich, die syrische Führung hingegen die bewaffneten Aufständischen.  (APA, 8.7.2014)

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