Sofort erledigen oder aufschieben?

Umfrage8. Juli 2014, 15:33
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Es gibt immer einen Grund, seine Arbeit aufzuschieben oder was zu tun ist, wird sofort angegangen. Pro- oder Präkrastination nennen Psychologen diese Verhaltensmuster

"Ja, aber..." damit beginnen Argumente, die für das Aufschieben unliebsamer Arbeiten gebracht werden. Das Phänomen der Prokrastination hat seinen Ursprung im akademischen Umfeld. Für Prüfungen wird erst am letzten Drücker gelernt, das Schreiben von Seminar- und Abschlussarbeiten so lange wie möglich hinausgezögert.

Aber auch im Berufsleben ist diese "Aufschieberitis", wie sie umgangsprachlich genannt wird, bekannt. E-Mails können später beantwortet, der Kunde noch nächste Woche informiert und die Präsentation auch ein anderes Mal vorbereitet werden. Laut Umfragen in den USA, England und Australien gehören rund 20 Prozent der Bevölkerung zu den Aufschiebern. Dabei erzeugt gerade dieses Aufschieben, so Psychologen, unnötigen Druck.

Anders verhält es sich bei Präkrastination. Der Begriff wurde vom amerikanischen Psychologen David Rosenbaum (University of Pennsylvania) geprägt. Bei einem Experiment, bei dem die Probanden ohne anzuhalten einen von zwei mit Münzen gefüllten Kübeln ans Ziel bringen sollten. Obwohl einer der Kübel näher am Ziel war als der andere, entschied sich der Großteil der Teilnehmer für den Kübel, der weiter entfernt war, musste den Kübel weiter ans Ziel tragen. Als Begründung für ihr Verhalten nannten viele Teilnehmer, dass sie die Aufgabe so schnell wie möglich erledigen wollten.

Ob ein Mensch sowohl Aufschieber als auch Soforterlediger sein kann, ist nur eine der offenen Fragen, die Rosenbaum und seine Kollegen erforschen möchten. (red)

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