"Goodbye IMAP": Inbox will neue E-Mail-Plattform schaffen

8. Juli 2014, 13:28
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US-Startup veröffentlicht Sync Engine und Entwicklertools unter Open Source

Ein US-amerikanisches Startup hat es sich zum Ziel gesetzt einen neuen Standard für E-Mails zu entwickeln. Inbox soll Technologien wie IMAP, SMTP und MIME-Kodierung ablösen. Als erster Schritt wurden die Sync Engine und erste Entwicklerressourcen als Open Source veröffentlicht.

Keine Innovationen mehr

Alte Protokolle und Formate würden es mittlerweile unmöglich machen, einfachste neue Features hinzuzufügen, erklärt Inbox die Beweggründe für das Vorhaben. Die existierenden E-Mail-Provider würden keine Innovationen mehr bringen. Nutzer seien zwischen gezielter Werbung und mit “social services” überhäuften Benutzeroberflächen gefangen.

Inbox soll nahezu alle Features von IMAP und SMTP bieten, heißt es auf der Website des Projekts. Entwickler sollen damit einfache Benachrichtungsdienste bis hin zu vollwertigen E-Mail-Clients umsetzen können. Die Plattform basiert auf Standards wie Javascript und REST.

Schnittstelle zu bestehenden Providern

Kern der Plattform ist die Inbox Sync Engine, die als Schnittstelle zu bestehenden E-Mail-Providern wie Gmail und Yahoo fungiert. Auf GitHub stehen bereits JavaScript- und iOS-SDKs zur Verfügung. Über die Inbox API sind Zugriff, Modifikation und Versand von E-Mails möglich. Entwickler können auch eigene Filter aufsetzen oder auf Attachments zugreifen.

Über das Entwicklerprogramm, das sich derzeit noch in einer geschlossenen Beta-Phase befindet, wird auch Microsoft Exchange mit ActiveSync für Unternehmenskunden unterstützt.

Cloud Service folgt

In den kommenden Monaten wollen die Entwickler eine gehostete Version von Inbox starten, die es ermöglicht Apps ohne eigene Infrastruktur anzubieten. Zudem sollen weitere Provider unterstützt werden.

Gegen Google

Das Unternehmen richtet sich damit auch direkt gegen Google, das erst vor kurzem das Gmail API veröffentlicht hat. Inbox bewirbt die Plattform damit, dass mehrere Provider als nur Gmail unterstützt werden. Zudem sticheln die Entwickler gegen den großen Konkurrenten, dass Google ein Werbeunternehmen sei und Inbox ihr Produkt nicht eines Tages unerwartet einstellen werde.

Hinter Inbox stehen der frühere Dropbox-Mitarbeiter Michael Grinch und Linux-Entwicklerin Christine Spang, sowie weitere Absolventen des Massachusetts Institute of Technology (MIT). (br, derStandard.at, 8.7.2014)

  • Inbox will eine neue Plattform für E-Mails etablieren.
    foto: inbox

    Inbox will eine neue Plattform für E-Mails etablieren.

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