"Salzburger Volkszeitung": Frist für Partner oder Verkauf bis Ende Juli

8. Juli 2014, 12:50
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Eigentümer Aistleitner: Jedenfalls bis Ende Juli keine Papierausgabe - Gespräche mit Investoren

Wien - Die "Salzburger Volkszeitung", Österreichs kleinste Tageszeitung, ist am Dienstag nicht auf Papier erschienen. Das bestätigt Chefredakteur Connie Aistleitner dem STANDARD. Über die künftige Erscheinung des Kleinformats wollte er sich nicht äußern.

Herausgeber und Eigentümer Martin Aistleitner, der Bruder des Chefredakteurs, erklärt auf Anfrage: Die Zeitung werde vorerst wegen der vom Medienminister initiierten Kürzung der Presseförderung bis Ende Juli nicht auf Papier erscheinen. Er verhandle mit mehreren potenziellen Käufern oder Partnern. Bis zum Monatsende erwartet er eine Klärung. Andernfalls müsse die Zeitung Insolvenzantrag stellen.

Er sei aber optimistisch. Mit einer Wahrscheinlichkeit von deutlich über 70 Prozent gehe er davon aus, das sich alles weitgehend in Wohlgefallen auflöse. "Das Online-Portal werden wir auch weiterhin betreiben."

"Deutlich sechsstellige Jahresergebnisse"

Werbeunternehmer Aistleitner übernahm die "SVZ" nach eigenen Worten vor zehn Jahren mit einer Million Euro Jahresverlust und führte sie zu "deutlich sechsstelligen Jahresergebnissen", obwohl sich ihre Förderung seit 2004 halbiert habe.

Die Regierungsmehrheit zieht eine neue Bedingung für Presseförderung ein: Tageszeitungen müssen mindestens zwölf hauptberufliche Journalisten beschäftigen, um besondere Presseförderung beanspruchen zu können. Die "Salzburger Volkszeitung", früher Parteiblatt der ÖVP, beschäftigt weniger Journalisten. Sie erhielt 2013 noch 649.612,00 Euro.

Mit einer geschätzten Auflage von 8.500 verkauften Exemplaren gilt sie als kleinste Tageszeitung Österreichs. (fid, derStandard.at, 8.7.2014)

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  • Die E-Paper-Ausgabe der "SVZ" erschien am Dienstag regulär.
    foto: svz

    Die E-Paper-Ausgabe der "SVZ" erschien am Dienstag regulär.

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