Kurzer, aber schwerer Sturm über Salzburger Tennengau 

8. Juli 2014, 09:42
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Feuerwehren melden umgestürzte Bäume, überflutete Keller und Straßen, abgedeckte Dächer und zerstörte Autos - Unwetter bleiben

Hallein - Ein Sturm im Land Salzburg am Montagabend dauerte nur wenige Minuten, hinterließ aber erhebliche Verwüstungen. Betroffen waren der Pinzgau und der Flachgau, hauptsächlich aber der Tennengau. Allein in den Gemeinden Hallein, Oberalm, Bad Vigaun und Adnet sind die Feuerwehren rund 80-mal ausgerückt, um Keller leerzupumpen und umgestürzte Bäume wegzuräumen.

Wolkenbruchartige Regenfälle und Hagel machten mehr als 50 Einsätze mit den Wasserpumpen notwendig. Nicht nur Kellerräume wurden überflutet, sondern auch Straßenstücke, wie das Landesfeuerwehrkommando am Dienstag berichtete. Zudem entwurzelten die Windböen zum Teil auch große und alte Bäume. Einige davon zerstörten geparkte Autos, andere machten Straßen unpassierbar. Auch Dächer, darunter ein Teil des Daches im Krankenhaus Hallein, wurden abgedeckt.

Augenzeugen berichteten vom heftigsten Sturm seit vielen Jahren. Verletzte wurden nicht gemeldet, die Sachschäden sind noch nicht berechnet.

Unwetter auch im Norden Italiens

Auch in Norditalien sind in der Nacht auf Dienstag schwere Unwetter niedergegangen. Besonders betroffen waren der Raum Mailand und die Gegend um Turin. In Mailand trat der Fluss Seveso über die Ufer, ein ganzes Viertel nördlich von Mailand war überschwemmt. Die Behörden der Stadt rieten den Bürgern zum Verzicht aufs Privatauto.

Wegen Stromausfällen waren mehr als 2.000 Personen in Mailand ohne Elektrizität. Die Feuerwehren mussten zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Schwere Schäden wurden auch im Raum zwischen Padua und Vicenza gemeldet. Der Wind erreichte Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h und entwurzelte Bäume. Das Industriegebiet Paduas wurde überschwemmt.

Gewitter in ganz Österreich zu erwarten

Am Dienstag ist in Österreich Westen her mit weiteren Gewittern und Regenschauern zu rechnen. Zudem ist eine spürbare Abkühlung um rund zehn Grad zu erwarten. Heftige Unwetter, wie am Montag in Salzburg, sind laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) aber kaum zu befürchten - die dafür verantwortlichen Luftmassen sind inzwischen in Richtung Ungarn abgezogen.

Gewitter sind für ganz Österreich zu erwarten. Die Regenschauer, die sich vor allem auf die Westhälfte konzentrieren, können in den kommenden 36 Stunden intensiver ausfallen. "Es wird zwar keine alltägliche Wettersituation, doch ein überschreiten der Warnschwelle kommt mehrmals im Jahr vor", so ein ZAMG-Experte gegenüber der APA". Das unangenehme, schwüle Wetter ist so erst einmal Vergangenheit. Zum Wochenende hin steigen die Temperaturen dann wieder stetig an, es bleibt jedoch weiter unbeständig mit Aussicht auf Regenschauer: "eine Hitzewelle ist nicht in Sicht". (APA, 8.7.2014)

  • Der Sturm deckte teilweise Hausdächer ab.
    foto: apa/feuerwehr hallein

    Der Sturm deckte teilweise Hausdächer ab.

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