Biete Warenhaus gegen Jagdrevier

7. Juli 2014, 18:28
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Der Chef der Bekleidungshauskette Peek & Cloppenburg West bietet für ein eigenes Jagdrevier ein ungewöhnliches Tauschobjekt

Wien - Im rheinland-pfälzischen Kesseling, einem idyllischen Örtchen mit rund 600 Einwohnern, erregt ein ungewöhnliches Tauschgeschäft die Gemüter. Der Unternehmer Harro Uwe von Cloppenburg, Herr im Haus der Bekleidungshauskette Peek & Cloppenburg West, möchte gemeinsam mit Sohn Hendrik unbedingt ein eigenes Jagdrevier bei Kesseling erwerben. Das Ungewöhnliche daran: Cloppenburg bietet der Gemeinde dafür nicht etwa Geld, sondern eine Immobilie: ein Geschäftshaus in Bonn in bester Innenstadtlage, vermietet, u. a. an ein Modegeschäft aus dem Eigentum von P & C, berichtete die Süddeutsche Zeitung. So etwas habe es in Deutschland, womöglich sogar in ganz Europa, noch nie gegeben, sagt Bürgermeister Jürgen Flügge.

Auf den ersten Blick ist das Offert verlockend. Kesseling trennt sich von 360 Hektar Wald im Schätzwert von 3,75 Mio. Euro und bekommt das Gebäude in Bonn für 4,6 Mio. Euro. Statt der 40.000 Euro, die jährlich aus Holzverkauf und Jagdpacht in die Gemeindekasse fließen, könnte Kesseling gut 200.000 Euro Miete für die Immobilie kassieren.

Bisher ist noch nicht entschieden, wie die Sache ausgeht. Flügge will sich zu den Motiven des Unternehmers nicht äußern, dieser selbst auch nicht. Cloppenburg ist bisher Pächter einer Jagd bei Kesseling. Als Pächter können er und sein Sohn aber nicht so schalten und walten wie bei einer Eigenjagd. (cr, DER STANDARD, 8.7.2014)

  • Eine erlegte Hirschkuh.
    foto: ap/pleul

    Eine erlegte Hirschkuh.

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