Erstmals Ebola-Verdacht in Ghana

7. Juli 2014, 16:38
6 Postings

US-Bürger mit Symptomen in Quarantäne

Accra - Die schwere Ebola-Epidemie in Westafrika könnte jetzt auch Ghana erreicht haben. Ein US-Bürger mit Symptomen der Krankheit liege in einer Privatklinik in der Hauptstadt Accra in Quarantäne und werde untersucht, zitierte der britische Sender BBC am Montag eine Mitteilung des Gesundheitsministeriums. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Ruhe zu bewahren.

400 Menschen gestorben

Die Krankheit war im März zunächst in Guinea aufgetreten und hatte sich schnell nach Liberia und Sierra Leone ausgebreitet. Bis Anfang Juli sind über 460 Menschen an dem Virus gestorben. Es handelt sich um den bisher weltweit schlimmsten Ausbruch.

Der Patient in Ghana soll in den vergangenen Wochen Guinea und Sierra Leone besucht haben. Die Mitarbeiter der Klinik wurden ebenfalls unter Quarantäne gestellt.

Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen

Die Inkubationszeit bei Ebola - also der Zeitraum von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit - beträgt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück. Es können schwere innere Blutungen auftreten.

Erst in der vergangenen Woche hatten elf Gesundheitsminister aus der Region und zahlreiche internationale Experten nach einem Krisentreffen in Accra eine neue Strategie im Kampf gegen das Virus verabschiedet. Vor allem sollte damit verhindert werden, dass sich Ebola in weitere Länder ausbreitet.

Seinen Ursprung hat der Erreger im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten. Erstmals war die Seuche 1976 im Kongo festgestellt worden. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft das Virus tödlich.  (APA. 7.7.2014)

Share if you care.