Scholten: Vorwurf der Visionslosigkeit ungerecht

7. Juli 2014, 16:26
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Aufsichtsratsvorsitzender antwortet Ex-Schauspielchefin Frie Leysen und verteidigt gleichberechtigte kaufmännische Leitung

Wien - Rudolf Scholten, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wiener Festwochen, hält den von der vorzeitig ausgeschiedenen Schauspielchefin Frie Leysen vorgebrachten Vorwurf der Visionslosigkeit des Festivals für ungerecht. Zu kaum einem anderen Thema habe er so viel Zeit und Energie aufgewandt wie zur Frage der grundsätzliche Rolle des Festivals "in einer sich rasch verändernden Stadt wie Wien".

Antwort auf Offenen Brief

Das legt Scholten in einer heute veröffentlichten Antwort auf den an ihn gerichteten und im aktuellen "Profil" veröffentlichten Offenen Brief der Theaterkuratorin dar. Ihre Erfahrungen mit der internen Organisation der Festwochen wolle er gerne "mit Ihnen im Detail besprechen. Sie werden sich erinnern, dass wir bereits bei unserem ersten Treffen begannen, die Strukturen zu hinterfragen und über Visionen zu diskutieren. Man muss nur bedenken, dass manchen Ihrer Beobachtungen auch meine Erfahrungen aus früheren Jahren und Erkenntnisse aus anderen Kunstorganisationen gegenüberstehen."

So sei etwa "die mit der künstlerischen Leitung gleichberechtigte kaufmännische Leitung durch Wolfgang Wais eine maximale Sicherheit dafür, dass bei den Festwochen mit dem keineswegs so opulenten Budget sehr präzise und vorsichtig umgegangen wurde und wird", schreibt Scholten, der klarstellt, dass die Halle E und G GesmbH nicht auf Gewinn ausgerichtet sei, "sondern mit dem Auftrag ausgeglichen zu gestionieren, was sich auch dadurch ausdrückt, dass über das Jahr für kulturelle Veranstaltungen gegenüber den 'kommerziellen' nur die Selbstkosten verrechnet werden".

Im Übrigen danke er Leysen "nochmals für Ihre Arbeit für die Saison 2014, gratuliere zu den großen Erfolgen und wünsche Ihnen von Herzen alles Gute", so Scholten.

"Große Verwunderung"

Betriebsrätin Melanie Jamnig äußert "im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wiener Festwochen" in einem ebenfalls heute veröffentlichten Offenen Brief an Frie Leysen "große Verwunderung" über die geäußerten Vorwürfe gegen Mitarbeiter und Organisation der Festwochen. Man frage sich daher u. a.: "Wie haben wir diese Erfolgssaison geschafft, wenn unser Arbeitspensum so gering und unser Arbeitsstil so ineffizient war? Wohin jetzt mit deinem vielen Lob und deinen anerkennenden Worten, die du uns immer wieder gesagt hast?" (APA, 7.7.2014)

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