Mord in Berlin: Deutsche Justiz beantragt Auslieferung des Wieners

7. Juli 2014, 15:01
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Berliner Staatsanwaltschaft will gegen unter Mordverdacht geratenen Wiener Jus-Studenten ermitteln

Wien - Die Staatsanwaltschaft Berlin hat am Montag formal die Auslieferung des 24-jährigen Wieners beantragt, der am vergangenen Mittwoch in Kreuzberg den neuen Lebensgefährten seiner Ex-Freundin aus Eifersucht mit mehreren Messerstichen getötet haben soll. Dass dem Ersuchen der deutschen Behörden stattgegeben und der 24-Jährige ausgeliefert wird, ist unwahrscheinlich.

Ausschlaggebend dafür ist § 12 Auslieferungs- und Rechtshilfegesetz (ARHG). Diese in Verfassungsrang stehende Bestimmung verbietet grundsätzlich die Auslieferung österreichischer Staatsbürger. Die Schwere des ihnen angelasteten Delikts und der Staat, der sie verfolgen möchte, spielen dabei keine Rolle. Die Auslieferung käme nur dann infrage, wenn der 24-Jährige dieser ausdrücklich zustimmt und sich mit der Übernahme der Strafverfolgung durch die deutschen Behörden einverstanden erklärt, sagte dazu Stefan Brenner, Leitender Oberstaatsanwalt im Justizministerium und Fachmann für Auslieferungsfragen.

Der unter dringendem Mordverdacht stehende Jusstudent hatte sich unmittelbar nach der Tat zurück nach Wien begeben. In der Nacht auf Sonntag wurde er auf Basis eines Europäischen Haftbefehls in einer Straßenbahn in Wien-Floridsdorf festgenommen.

U-Haft verhängt

Das Wiener Straflandesgericht hat mittlerweile über den 24-jährigen die U-Haft verhängt, erklärte Gerichtssprecherin Christina Salzborn der APA gegenüber. Da der Verdächtige österreichischer Staatsbürger ist, wurde gegen ihn auch ein Inlandsverfahren eingeleitet.

Am Montagvormittag haben die Berliner Behörden allerdings entschieden, "dass wir den Herrn hier haben möchten", wie Sabrina Budach von der Staatsanwaltschaft Berlin sagte. Man werde daher ein Auslieferungsverfahren betreiben. "Das Gute an Österreich ist, dass man dieselbe Sprache spricht und keine Übersetzungen erforderlich sind, um die Sachlage zu klären", hoffte Budach auf eine rasche Abwicklung der Formalitäten. (APA, 7.7.2014)

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