Ägypten: Präsident bedauert Haft für Al-Jazeera-Journalisten

7. Juli 2014, 10:52
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 Al-Sisi: Urteil wegen angeblicher Unterstützung der Muslimbrüder hatte "sehr negative Auswirkungen"

Kairo - Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi bedauert nach eigenen Angaben den Prozess gegen mehrere Journalisten des arabischen Fernsehsenders Al-Jazeera. Die Verurteilung der Journalisten zu mehrjährigen Haftstrafen habe für Ägypten "sehr negative Auswirkungen", sagte al-Sisi laut einem Bericht der Zeitung "Al-Masri Al-Jum" am Sonntag in einem Gespräch mit Zeitungs-Herausgebern.

Seine Regierung habe jedoch "nichts damit zu tun gehabt". Er wünschte, der Prozess hätte nie stattgefunden, sagte der Präsident laut dem Bericht. Bereits zu einem früheren Zeitpunkt hatte al-Sisi im Bezug auf das Urteil erklärt, die Unabhängigkeit der ägyptischen Justiz müsse geachtet werden.

Mehrjährige Haftstrafen

Wegen angeblicher Unterstützung der Muslimbrüder waren mehrere Journalisten des arabischen Senders Al-Jazeera im Juni zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt worden, darunter der australische Journalist Peter Greste. Elf weitere Journalisten wurden in Abwesenheit zu je zehn Jahren Gefängnis verurteilt, darunter zwei Briten und eine Niederländerin.

Die Entscheidungen des Gerichts sorgten international für Entrüstung. Frankreich, Großbritannien und die Niederlande bestellten Ägyptens Botschafter ein. Weltweit protestierten Journalisten gegen die Urteile. Grestes ehemalige Kollegen vom britischen Sender BBC hielten in London eine Schweigeminute ab. (APA/AFP, 7.7.2014)

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