"taz"-Appell an ihre Abonnenten: Ausbeutung der Zusteller beenden

6. Juli 2014, 16:43
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Deutsche Zeitung plädiert für Lieferung per Post - "Der Nachteil ist, dass die Zeitung dann nicht mehr vor dem Frühstück da ist"

Unter dem Titel "So können taz-Abonnenten die Ausbeutung ihres Zustellers beenden" appelliert die deutsche Tageszeitung "taz" an ihre Leser, auf die Zustellung der Zeitung via Zeitungsausträger zu verzichten. Stattdessen sollten sie auf die Post setzen, allerdings, schreibt die "taz" in ihrem Blog: "Der Nachteil ist, dass die Zeitung dann nicht mehr vor dem Frühstück da ist."

Hintergrund der ungewöhnlichen Aktion ist der bundesweite Mindestlohn, den die deutsche Regierung am Donnerstag im Bundesrat besiegelte. Vom Beschluss ausgenommen sind bis 2017 nämlich Zeitungszusteller.

Im Vertrieb sei die "taz" auf regionale Zusteller angewiesen, heißt es, auch Austräger der "taz" würden weniger als 8,50 Euro pro Stunde erhalten. Briefträger der deutschen Post kommen durchschnittlich auf einen Lohn von 17 Euro pro Stunde, schreibt die Zeitung.

Weil das Medium nicht in der Lage sei, eine "Änderung der Geschäftspolitik durchzusetzen", gebe es diesen an die Leser adressierten Appell. (red, derStandard.at, 6.7.2014)

  • "Wir Ausbeuter" titelte die "taz" am Donnerstag selbstkritisch.
    foto: taz

    "Wir Ausbeuter" titelte die "taz" am Donnerstag selbstkritisch.

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