Fantastischer Djokovic ringt unglaublichen Federer im fünften Finalsatz nieder

6. Juli 2014, 18:36
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Serbe und Schweizer schenkten sich in großartigem Finale auf dem heiligen Rasen in London nichts

Novak Djokovic besiegte am Sonntag Roger Federer im keiner Jubelbeschreibung spottenden Finale von Wimbledon in fünf Sätzen. Nach fast vier Spielstunden setzte sich der topgesetzte Serbe mit 6:7, 6:4, 7:6, 5:7 und 6:4 durch und holte sich damit den zweiten Titel auf dem heiligen Londoner Rasen. Er wird ab Montag auch die Weltrangliste wieder anführen und Rafael Nadal an der Spitze ablösen. Feder muss hingegen weiter auf Titel Nummer 18 warten und konnte seine Wimbledon-Trophäensammlung nicht um eine achte ergänzen.

In einem sehr ausgeglichenen ersten Satz (keine Break-Chancen) ging es ins Tiebreak, wo sich die Schweizer Nummer vier der Welt (ab Montag Dritter) schlussendlich ebenso knapp durchsetzte. Dem 27-jährigen Djokovic gelang trotz einer kleinen Verletzung bei einem Ausrutschter zu Beginn des zweiten Satzes allerdings doch das erste Break des Spiels, Federer hatte zwar beim Stand von 4:5 aus seiner Sicht die Chance, den Ausgleich zu schaffen, doch Djokovic behielt die Nerven und stellte den Satzgleichstand her.

Im dritten Satz schenkten die beiden Top-Spieler sich wieder kaum Chancen, wieder musste ein Tiebreak deshalb die Kräfteverhältnisse klären. Diesmal behielt Djokovic in einer enge Kiste die Oberhand und bereitete damit als scheinbar körperlich stärkerer Spieler den Weg zu seinem siebenten Grand-Slam-Titel.

Keine Entscheidung im vierten Satz

Zu Beginn des vierten Satzes hatte es früh den Anschein, als wäre der 32-jährige Federer am Ende. Bei einem Break von Djokovic wirkte der Schweizer bereits angeschlagen. Ihm gelang allerdings dann doch das souveräne Re-Break zum 2:3, nur um anschließend seinen Aufschlag gleich wieder abzugeben. Diesmal bestätigte Djokovic in einem hart umkämpften Game die Errungenschaft.

Er ließ Federer beim eigenen Aufschlag gewähren und servierte anschließend auf den Turniergewinn. Doch Federer bäumte sich auf, erkämpfte sich mit den Sympathien des Publikums im Rücken erneut eine Breakchance und nutzte sie in beeindruckender Manier. In der Nervenschlacht unterlief dem Schweizer beim Service gegen den Satzverlust allerdings der fünfte Doppelfehler. Der "Djoker" erarbeitete sich einen Matchball, den Federer mit einem Aufschlag abwehrte, der erst per Hawkeye bestätigt wurde. Er glich aus und breakte anschließend das Aufschlagspiel des Serben.

Fünfter Satz

Nach diesen ungewöhnlichen Break-Festspielen lief im Entscheidungssatz vorerst wieder alles nach Plan. Eine längere Unterbrechung gab es nach dem dritten Break, weil Djokovic sich in einem Medical Timeout die Wade massieren lassen musste. Die erste Chance, einen Unterschied beim gegnerischen Aufschlag zu machen, ließ Federer bei 3:3 aus. Gleich drei davon ließ sein Gegner im nächsten Game liegen.

Im zehnten Game und einer immer noch vollkommen ausgeglichen wirkenden Begegnung kamen die zwei Matchbälle für Djokovic dann fast überraschend. Doch der Serbe profitierte vom nachlassenden ersten Aufschlag Federers und nutzte gleich den ersten zum Spielgewinn.

Tränen und Versprechen

"Im vierten Satz habe ich gespürt, warum er der Grand-Slam-Champion mit 17 Titeln ist. Ich habe nachher versucht, mich neu zu organisieren, in mich zu gehen. Ich kann gar nicht erklären, wie ich es geschafft habe, aber es ist gegangen", sagte ein zu Tränen gerührter Djokovic.

Federer gratulierte demütig und sagte: "See you next year." (tsc, derStandard.at, 6.7.2014)

Endstand:

Novak Djokovic (SRB-1) - Roger Federer (SUI-4) 6:7(7),6:4,7:6(4),5:7,6:4

  • Zwei Menschen, die recht gutes Tennis spielen können.
    foto: apa

    Zwei Menschen, die recht gutes Tennis spielen können.

  • Djokovic ging mehrmals zu Boden, doch am Ende stand er mit der Trophäe in der Hand.
    foto: apa

    Djokovic ging mehrmals zu Boden, doch am Ende stand er mit der Trophäe in der Hand.

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