Sinead O'Connor: Entschlackt und trotzdem rund

6. Juli 2014, 14:35
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Die irische Folksängerin zeigte sich in der Wiener Staatsoper von ihrer besten Seite: im Mucki-Kleid und gut gelaunt

Wien - Wer Sinead O'Connor zum letzten Mal vor zwei Jahren beim Jazzfest Wien in der Staatsoper gesehen hat, dürfte Samstagabend überrascht gewesen sein: Der zwischenzeitlich angesetzte Babyspeck ist weg und stattlich antrainierten Bi- und Trizepspaketen gewichen.

Zwischen Mucki-Kleid und O'Connor passt kein Löschblatt. Wie überhaupt: Es herrscht wieder gute Laune auf der Bühne. Die 46-jährige Irin, zwischenzeitlich in argen psychischen und von Psychopharmaka ausgelösten Turbulenzen, hat sich ganz offensichtlich wieder erfangen. Das war schon beim letzten Album "How About I Be Me“ zu bemerken, das wieder lebendiger und vor allem weit weniger christlich tönte. Gut so.

Menschlich wie stimmlich in Topform

Also präsentiert sich die O'Connor gut eingestellt und in Topform - menschlich wie stimmlich. Ein Mix aus Altem ("Nothing Compares To You“, "Thank You for Hearing Me“, "The Emperor's New Clothes“, "The Last Day of Our Acquaintance“) und Neuem – im August erscheint das neue Album mit dem richtungsweisenden Titel "I'm Not Bossy, I'm The Boss“.

Glaubensbekenntnisse und politische Überzeugungen bleiben dieses Mal fast ganz aus, es geht um die Musik, und es darf applaudiert werden. Die Gitarristin der Truppe erhielt ein Geburtstagsständchen samt Sachertorte, ein fröhliches Baby im Publikum ein Gutenachtgebet und die Audienz ein tadellos entschlacktes Bühnenereignis. Standing Ovations. Runde Sache. (prie, derStandard.at, 6.7.2014)

  • Präsentierte sich nicht nur gesanglich fit: Sinead O’Connor
    foto: apa/epa/herbert pfarrhofer

    Präsentierte sich nicht nur gesanglich fit: Sinead O’Connor

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