Palästinensischer Jugendlicher lebendig verbrannt

5. Juli 2014, 16:13
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Anhaltende Gewalt - Gerüchte über bevorstehende Waffenruhe unter ägyptischer Vermittlung

Jerusalem/Ramallah - Der palästinensische Jugendliche, der mutmaßlich einem Rachemord zum Opfer gefallen ist, soll bei lebendigem Leibe verbrannt sein. In Luftröhre und Lunge des 16-jährigen Mohammed Abu Khedair seien Spuren von Rauch gefunden worden, teilte der palästinensische Generalstaatsanwalt am Samstag nach einem vorläufigen Autopsiebericht mit.

Das zeige, dass er Rauch eingeatmet habe, als er noch am Leben war. Nach dem Begräbnis des Jugendlichen am Freitagabend in Ostjerusalem war es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei gekommen. Demonstranten warfen Steine und Molotowcocktails. Medien berichteten am Samstag von Dutzenden Verletzten.

An der Beerdigung des jungen Mannes hatten tausende Menschen teilgenommen. Im Anschluss kam es neben den Ausschreitungen in Ostjerusalem, auch in Taibe im Nordosten Israels und in Jaljulia und Kalansuwa im Zentrum des Landes zu Gewalt. In der israelischen Kleinstadt Kalansawe hätten maskierte Palästinenser eine Straße blockiert, zwei israelische Autofahrer angegriffen und ein Auto angezündet, berichtete das Onlineportal "Ynet".

32 Menschen seien festgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher. Insgesamt seien 62 Palästinenser und 13 Polizisten verletzt und 20 Palästinenser festgenommen worden, hieß es in israelischen Medienberichten. In Jerusalem habe sich dagegen die Lage seit Samstagvormittag wieder entspannt.

Die Leiche des Teenagers war am Mittwoch in einem Wald bei Jerusalem gefunden worden. Die Familie beschuldigt israelische Siedler, den Jugendlichen umgebracht zu haben. Israelische Medien sprechen von einer möglichen Rache rechtsgerichteter Israelis für den gewaltsamen Tod von drei verschleppten jüdischen Jugendlichen.

Im Westjordanland nahm die Gewalt ebenfalls zu. In Hebron und Nabluz seien zwei Palästinenser von Siedlern attackiert worden, berichteten palästinensische Sicherheitskreise. Die Zeitung "Times of Israel" schrieb, Palästinenser in Hebron hätten sich aus Angst vor weiteren Angriffen zu einer Bürgerwehr zusammengeschlossen.

Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman forderte harte Maßnahmen gegen die Randalierer. Auf Facebook schrieb er, man müsse eine klare Nachricht an jene senden, die Vorteile aus der israelischen Staatsbürgerschaft zögen, sich aber wie Terroristen benähmen.

Seit Freitag hatten militante Palästinenser nach israelischen Militärangaben 30 Raketen auf den Süden Israels abgefeuert. Auch am Samstag hatten mutmaßliche Islamisten aus dem Gazastreifen abermals Israel beschossen. Eine Rakete und eine Mörsergranate seien im Süden des Landes eingeschlagen, ohne Schäden anzurichten, teilte das Militär mit.

Zuvor hatte die palästinensische Zeitung "Al-Quds" berichtet, die Hamas und Israel hätten sich unter ägyptischer Vermittlung auf einen Stopp der Angriffe binnen 72 Stunden geeinigt. Von offizieller Seite wurden die Berichte nicht bestätigt. (APA, 5.7.2014)

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