Petra Kvitova krönt sich am heiligen Rasen

5. Juli 2014, 16:11
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Tschechin nach 2011 zum zweiten Mal Wimbledon-Siegerin - Finalgegnerin Eugenie Bouchard chancenlos

London - Petra Kvitova hat den märchenhaften Aufstieg der kanadischen Tennis-Prinzessin Eugenie Bouchard vorerst gestoppt und sich zum zweiten Mal zur Königin von Wimbledon gekrönt. Die 24-jährige Tschechin entzauberte im Finale ihre vier Jahre jüngere Kontrahentin mit 6:3, 6:0 und streckte wenig später zum zweiten Mal nach 2011 die Venus Rosewater Schale in den Himmel über London.

55 Minuten Powertennis

Kvitova entschied das Duell mit dem kommenden Star der WTA-Tour mit ihrem unvergleichlichen Power-Tennis nach nur 55 Minuten für sich. Trotz des Hypes um Medien-Liebling Bouchard hatte sich Kvitova vor ihrem zweiten Grand-Slam-Finale als Favoritin gesehen - und wurde dieser Rolle im Stile eines Champions gerecht. Für Bouchard war ihr erstes Majorfinale dagegen eine Enttäuschung.

"Nach drei Jahren hier wieder mit der Trophäe zu stehen, ist so speziell", meinte Kvitova nach der Galavorstellung. Ihre Stimme stockte, als sie mit der Schale in der Hand auf dem Centre Court stand und sich bei ihrem Team bedankte.

Ihr Trainer habe sie ideal auf Eugenie Bouchard eingestellt. "Er weiß immer, wie ich spielen muss", betonte die Tschechin nach dem einseitigsten Damenfinale seit dem Sieg von Steffi Graf gegen Monica Seles 1992. "Ich bin stolz darauf, wie ich das gesamte Turnier gespielt habe", sagte Bouchard.

Kvitova hatte schon vor drei Jahren im Finale gegen Superstar Maria Scharapowa triumphiert. Für die gebürtige Tschechoslowakin Martina Navratilova, Rekordsiegerin in Wimbledon, kam Kvitovas erster Triumph "ein Jahr zu früh. Sie konnte mit dem Erfolg nicht umgehen", sagte die 18-malige Majorsiegerin.

Auch Kvitova selbst erklärte, dass sie "auf und abseits der Courts etwas ändern musste", um sich an den Druck und die Aufmerksamkeit zu gewöhnen. Mit ihrem zweiten Triumphzug durch Wimbledon bewies die 1,82 m große Linkshänderin, dass sie die richtigen Schlüsse gezogen hat.

Das wird auch Bouchard tun, die nach den Halbfinalteilnahmen in Melbourne und Paris in Wimbledon den nächsten Schritt ihrer aussichtsreichen Karriere ging. Vor den Augen der britischen Prinzessin Eugenie von York, nach der Bouchard benannt ist, war sie im Finale allerdings chancenlos.

Zu keinem Zeitpunkt konnte sie sich Kvitovas Dauerdruck entziehen. Nur einmal - bei 1:0 im ersten Durchgang - lag Bouchard, die erst vor zwei Jahren das Juniorenturnier von Wimbledon im Einzel und Doppel gewonnen hatte, in Führung. Die 15.000 Zuschauer auf dem Centre Court versuchten, den Publikumsliebling aufzubauen, doch all die Unterstützung war vergebens. (sid, 5.7.2014)

  • Petra Kvitova präsentiert bereits zum zweiten Mal die Venus Rosewater Schale.
    foto: ap/ pavel golovkin

    Petra Kvitova präsentiert bereits zum zweiten Mal die Venus Rosewater Schale.

  • (Ziemlich nieder)geschlagen: Eugenie Bouchard.
    foto: ap/ sang tan

    (Ziemlich nieder)geschlagen: Eugenie Bouchard.

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