1.400 Experten: Apple, Google und Regierungen größte Gefahr für Internet

5. Juli 2014, 12:38
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IT-Forscher wurden zu den größten Bedrohungen für das World Wide Web bis 2025 befragt 

Nicht Hacker oder Online-Betrüger zählen zu den größten Gefahren im World Wide Web, sondern Regierungen und IT-Großkonzerne. Das sagen zumindest 1.400 Sicherheitsforscher, die kürzlich zu den anstehenden Bedrohungen für das Internet bis 2025 befragt wurden. Die Befragten, zum größten Teil Akademiker, Theoretiker und IT-Experten, legten sich fest, dass hauptsächlich die Regierungsspionage, restriktive Verordnungen und gierige Konzerne eine Gefahr für das freie Internet darstellen.

Regierungen werden gewiefter

Einige gaben auch Bedenken an, dass Filter wie sie beispielsweise während des arabischen Frühlings zum Einsatz kamen oder von Regierungen auch zu vermeintlichen Wohlzwecken in Kanada, Australien oder Großbritannien eingesetzt werden, die Grenzen überschreiten. Paul Saffo von Discern Analytics fügte hinzu, dass Regierungen wohl in Zukunft immer qualifizierter werden, wenn es um die Blockade von ungewollten Seiten geht.

Vertrauen erschüttert & Netzneutralität

Ferner hätten die Snowden-Leaks dazu geführt, dass die Menschen einiges an Vertrauen verloren hätten. Ein Sicherheitsforscher von Microsoft gab dazu an, dass Daten wohl in Zukunft geographisch fragmentiert werden, wie es beispielsweise ein russisches Gesetz bereits vorsieht. Eine wachsende Bedrohung für das Internet würden außerdem mächtige IT-Konzerne darstellen, hauptsächlich in puncto Netzneutralität. Hier bestehe die Gefahr, dass die Prinzipien dieser in Zukunft untergraben werden, so ein Forscher der Universität Maryland.

“Das wird nicht gut enden“

Schlussendlich wurden auch noch Bedenken zu Facebook, Google und Apple geäußert, welche mittlerweile einen riesigen Einflussbereich und gigantische Datenbänke aufweisen würden. Marc Rotenberg vom Electronic Privacy Information Center betonte, dass es etliche Informationsquellen, mehr Distributionskanäle und weniger Konzentrierung in diesem Sektor geben sollte. Derzeit wäre es aber gang und gebe, dass Innovationen gesucht werden, die dann an diese Großkonzerne verkauft werden. Dies “wird nicht gut enden“, so Rotenberg. (dk, derStandard.at, 05.07.2014)

  • Gefahr für das WWW.
    foto: standard/fischer

    Gefahr für das WWW.

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