Erschossener Räuber: Motiv weiter unklar

5. Juli 2014, 10:53
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Einvernahmen von Beamten und Spurensicherung dauerten an

Neunkirchen/Wiener Neustadt - Nach dem Tod eines - verhinderten - Tankstellenräubers durch Schüsse aus Polizeiwaffen am Donnerstagabend in Neunkirchen bleibt das Motiv des 21-Jährigen für die Tat in Wiener Neustadt weiter unklar. Die Ermittlungen dauerten an. Laut Obduktionsbericht vom Freitagabend hatte der nicht vorbestrafte Arbeiter aus dem Bezirk Wiener Neustadt "mehrere tödliche Treffer durch Polizeiprojektile" erlitten.

Einvernahmen dauern an 

Blutuntersuchungen hinsichtlich eventuellen Alkohol- oder Suchtgiftkonsums des jungen Niederösterreichers standen aus. Diesbezügliche Ergebnisse sollen am Montag vorliegen. Medienberichte, wonach der 21-Jährige die Beamten bewusst veranlasst haben könnte, auf ihn zu schießen, weil er seinem Leben ein Ende setzen wollte, tat Johann Baumschlager, Sprecher der Landespolizeidirektion NÖ, am Samstag als "Spekulationen" ab. Seinen Angaben zufolge waren die Einvernahmen der in den Einsatz involvierten Beamten von insgesamt sechs Streifen aus den Bezirken Wiener Neustadt und Neunkirchen ebenso wie die Spurensicherung weiterhin im Gang.

Der 21-Jährige hatte am Donnerstag gegen 22.00 Uhr eine BP-Tankstelle in der Wiener Straße (B17) in Wiener Neustadt überfallen, war jedoch ohne Beute geblieben und geflüchtet. Weil sich die Angestellte, die dem Räuber gegenübergestanden war, den Fahrzeugtyp und Kennzeichenfragmente gemerkt hatte, brachte die Alarmfahndung rasch Erfolg. Der junge Niederösterreicher fuhr mit dem Auto seiner Mutter auf der B17 in Richtung Neunkirchen, die Polizei war ihm auf den Fersen. Nachdem er sich einem Anhalteversuch entzogen hatte, endete die Flucht kaum 100 Meter nach der Ortstafel der Bezirksstadt.

Softgun

Weil der Verdächtige eine "einer realen Waffe sehr ähnliche" Softgun gegen die Beamten gerichtet hatte, was auch noch der Fall gewesen sei, als er auf der Beifahrerseite aus dem Auto stieg, wurde das Feuer eröffnet. Getroffen sackte der 21-Jährige am Straßenrand zusammen. Ärztliche Hilfe kam zu spät.

Neben der Softgun stellte die Polizei unter dem Fahrersitz im Auto auch eine revolverähnliche CO2-Waffe sicher, so Baumschlager. Auf dem Beifahrersitz lag ein Fixiermesser.

Mit den Ermittlungen in dem Fall sind das Bundesamt zur Korruptionsprävention und -bekämpfung (BAK) und die Landespolizeidirektion Burgenland hinsichtlich des Schusswaffengebrauchs der Kollegen sowie das Landeskriminalamt NÖ (Raub- und Tatortgruppe) befasst. Nach Abschluss aller Erhebungen ergeht ein Bericht an die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt. (APA, 5.7.2014)

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