Blatters Share

4. Juli 2014, 17:12
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Es kann der beste gemeinnützige Verein nicht in Frieden Geld verdienen, wenn der Pöbel nicht richtig mitarbeitet. Irritiert hat Fifa-General Jérôme Valcke auf die verhältnismäßig hohe Zahl Betrunkener in den WM-Stadien reagiert. Er sei beeindruckt von der Menge des Alkohols, die während des Spiels von den Leuten konsumiert werde, sagte der Franzose, der ein Ansteigen der Gewalt befürchtet.

Nach kurzem Nachdenken muss Valcke jedoch eingefallen sein, dass der Weltverband massiven Druck ausgeübt hat, um das seit 2008 in und um brasilianische Stadien geltende Alkoholverbot für die Dauer der Endrunde auszusetzen. Schließlich zahlt der belgische Konzern Anheuser-Busch InBev seit 1986 nicht wenig dafür, dass sich Budweiser das offizielle Bier der Weltmeisterschaften nennen darf. "Entschuldigen Sie mich, wenn ich etwas arrogant klinge, aber das ist etwas, über das wir nicht verhandeln werden", hatte Valcke versichert, als sich die brasilianische Regierung gegen die "Budweiser Bill" zu stemmen gedachte, weil das Alkoholverbot in den vergangenen Jahren zig Todesopfer bei rauschbedingten Auseinandersetzungen zwischen Fußballfans verhindert habe.

Valcke glaubt noch immer, dass "der Verkauf von Bier Teil des Spiels ist. Etwas, was in jedem Land so läuft." Von Bier trinken hat er nichts gesagt. Als erste Maßnahme dagegen wird jetzt ventiliert, jedem Käufer pro Anstellen beim Verschleißer im Stadion nicht mehr als drei Bier auszuhändigen. Eine Alternative wäre, jedem so viel Bier zu verkaufen, wie er will, aber dann zum sofortigen Ausschütten zu zwingen. Auch ein Konsumationsaufschlag zum Eintritt wäre denkbar, einlösbar beim Salzamt. Projektname: Blatters Share. (Sigi Lützow, DER STANDARD, 5.7.2014)

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