St. Margarethen: Land lehnt Förderung ohne Sanierungskonzept ab

4. Juli 2014, 16:30
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"Aida"-Premiere bei insolventen Opernfestspielen durch Auffanglösung gesichert

Eisenstadt/St. Margarethen - Der Weg zur Premiere der Oper Aida am Mittwoch in St. Margarethen ist frei: In den vergangenen Stunden habe man sich mit Partnern, darunter Ö-Ticket, dem Masseverwalter und dem Gläubigerausschuss verständigt, eine Auffanglösung zu initiieren, teilten die Esterhazy Betriebe am Freitag mit. "Damit ist die Aufführung der Aida 2014 definitiv gesichert", so Karl Wessely von den Esterhazy-Betrieben. "Bislang allerdings ohne Unterstützung durch das Land," bedauert er.

Nach der Insolvenzeröffnung über die Opernfestspiele (OFS) am Montag habe man "alle Hebel in Bewegung gesetzt", um die diesjährige Festspiel-Produktion in St. Margarethen zu sichern. "

Lösung ohne das Land

Die zur Durchführung der Produktion erforderlichen 1,3 Millionen Euro - es handelt sich dabei um den prognostizierten Verlust - müssten offenbar ohne Beteiligung des Landes aufgebracht werden. Ein Brief des Masseverwalters an das Land, in dem dieser darauf hingewiesen habe, dass im Hinblick auf drohende Folgeinsolvenzen noch diese Woche eine Entscheidung gefunden werden müsse, sei bisher "ohne Antwort und Reaktion" geblieben. Auch ein mehrfach vom Masseverwalter gewünschter Termin habe bisher nicht stattfinden können.

Langfristige Sicherung

"Wir werden die durch die Insolvenz in Probleme geratenen Betriebe bestmöglich stützen, wir werden die Arbeitsplätze für die Opernproduktion erhalten und damit den wundervollen Standort langfristig sichern", erklärte Wessely. Der Kreis der Freunde der Oper St. Margarethen habe am Donnerstag für soziale Notfälle eine Reihe von Zahlungen vorgenommen.

Man sei auch in ernsten Gesprächen mit anderen Partnern. Namen könne man jedoch noch nicht nennen, so Wessely. "Völlig unverständlich" sei, dass das Land jede Bemühung, hier zu unterstützen, ablehne und die für die Produktion 2014 zugesagten und an einen neutralen Treuhänder bereits überwiesenen Gelder zurückgefordert habe. Das Geld - 250.000 Euro - habe das Land auch bereits vollständig zurückerhalten.

"Wir sind enttäuscht, dass das Land nicht zu seinem Wort steht", sagte Wessely. Eine geordnete Insolvenz sei die einzige Möglichkeit gewesen, die Aida-Produktion zu sichern und noch größeren Schaden vom Unternehmen und allen Beteiligten abzuwenden, wird argumentiert: "Selbstverständlich darf niemand in ein insolventes Unternehmen investieren. Deshalb gibt es ja die Auffanggesellschaft, das ist das Entscheidende."

Land: Ohne Konzept keine Förderung

Verwundert reagierte man im Eisenstädter Landhaus auf Kritik der Esterhazy Betriebe, das Land habe einen Brief des Masseverwalters der Opernfestspiele nicht beantwortet. In einem Schreiben an den Masseverwalter wird festgehalten, "dass aufgrund des Fehlens eines detaillierten Fortführungs- und Sanierungskonzepts von einer Förderung Abstand genommen werden muss."

"Im Hinblick auf die Vorgaben der Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit bei der Verwaltung öffentlicher Gelder ist eine derartige Vorgangsweise auf Basis der uns vorliegenden Informationen ausgeschlossen", heißt es dort.

Seitens des Landes wird darauf hingewiesen, dass es in der Angelegenheit "mehrfach intensive Vorgespräche", u.a. auch unter Einbindung der Esterhazy-Gruppe gegeben hat und die angestrebte Lösung "aus Gründen, die nicht vom Land Burgenland zu vertreten" wären, nicht zustande gekommen ist. (APA, 4. 7. 2014)

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