Sieganwärter im Windschatten Froomes

4. Juli 2014, 13:21
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Neben dem zweimaligen Tour-Gewinner Alberto Contador liegen einige Geheimfavoriten wie der Dauphiné-Sieger Andrew Talansky auf der Lauer

Leeds - Titelverteidiger Christopher Froome (Sky) geht erneut als Favorit in die am Samstag startende 101. Tour de France (5. bis 27. Juli), aber die Rollenverteilung ist längst nicht mehr so klar wie erwartet. Der Brite wird hart bedrängt werden, vor allem vom Spanier Alberto Contador (Tinkoff), der Froome beim Critérium du Dauphiné eine derbe Schlappe zufügte.

Während wohl alle Experten von einem Zweikampf dieser Beiden ausgehen, formiert sich in deren Windschatten eine Gruppe von weiteren Herausforderern. Der Italiener Vincenzo Nibali scheint auf dem Papier der Stärkste dieser Mitbewerber, aber auch Andrew Talansky (USA) und Jürgen Van den Broeck (Belgien) haben zuletzt beeindruckt. Zu beachten ist zudem Alejandro Valverde (Spanien).

Die Favoriten auf den Tour-Sieg im Überblick:

Christopher Froome (GBR/Sky): Er ist nach wie vor derjenige, der Kletter- und Zeitfahrqualitäten am besten vereint. Der 29-Jährige war letztes Jahr überragend, bietet heuer aber Angriffsfläche, nicht zuletzt wegen der Kontroverse um ein medizinisches Attest. Ob Froome erneut dominieren wird, ist die große Frage, weil auch seine Sky-Mannschaft die Rennen nicht mehr nach Belieben kontrollieren kann.

Alberto Contador (ESP/Tinkoff): Der 31-Jährige ist in bester Verfassung und strampelte in dieser Saison von Erfolg zu Erfolg. Der zweimalige Gewinner hat alles auf seinen dritten Gesamtsieg ausgerichtet. "El Pistolero" scheint dazu fähig - nur, ob Contadors Tinkoff-Equipe ihn genügend dabei unterstützen kann, ist die bislang unbekannte Variable.

Vincenzo Nibali (ITA/Astana): Der Sizilianer wurde zunächst in einem Atemzug mit Froome und Contador genannt. Allerdings musste der Giro-Sieger von 2013 bis zur italienischen Meisterschaft auf den ersten Saisonsieg warten und auch bei der Tour-Generalprobe erreichte er nicht ganz das Niveau seiner Konkurrenten. Dennoch gilt der 28-Jährige als aussichtsreichster Außenseiter.

Andrew Talansky (USA/Garmin): Holte völlig überraschend den Gesamtsieg bei der Dauphiné und katapultierte sich damit in den Kreis der Mitfavoriten. Talansky ist ein vorzüglicher Zeitfahrer und kann am Berg über lange Zeit eine hohe Trittfrequenz  halten. Möglich, dass dem 25-Jährigen aber noch ein, zwei Jahre zum ganz großen Wurf fehlen.

Alejandro Valverde (ESP/Movistar): Vermied in der Tour-Vorbereitung das direkte Duell mit seinen mutmaßlichen Konkurrenten, dürfte aber dennoch bestens gerüstet am Start stehen. Wegen Valverdes Konzentration auf die Tour, bestritt Movistar-Kollege Nairo Quintana den Giro. Jetzt muss der 34-Jährige zeigen, wozu er imstande ist. Bisher war er den ganz langen Anstiegen nicht gewachsen.

Jürgen Van den Broeck (BEL/Lotto): Der Teamkapitän musste 2013 mit einer schweren Knieverletzung frühzeitig aufgeben, war 2010 und 2012 Gesamtvierter. Der 31-Jährige hatte auch zu Saisonbeginn mit gesundheitlichen Rückschlägen zu kämpfen, fuhr dann bei der Dauphiné aber nahezu auf Augenhöhe mit Froome und Contador. Das Problem dabei: der tolle Kletterer ist nur ein mittelmäßiger Zeitfahrer. (sid, 4.7.2014)

  • Andrew Talansky zeigte bei der Dauphiné-Rundfahrt auf.
    foto: ap/ laurent cipriani

    Andrew Talansky zeigte bei der Dauphiné-Rundfahrt auf.

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