Deutscher demonstriert seit einem Jahr vor mutmaßlicher NSA-Europazentrale

4. Juli 2014, 13:26
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Daniel Bangert will weitermachen "bis sich da was ändert"

Die Enthüllungen von Edward Snowden rund um die Überwachungstätigkeiten der NSA haben rund um die Welt schon zu einigen Demonstrationen und Protestkundgebungen geführt. Doch kaum jemand erweist sich im zivilen Protest so hartnäckig wie Daniel Bangert.

Der Informatiker ist regelmäßig Gast vor einem US-Militärkomplex nahe des hessischen Ortes Griesheim. Nachdem zahlreiche Medien berichtet hatten, dass dort die größte NSA-Außenstelle Europas beheimatet sei, lud Bangert im Juli vergangenen Jahres per Facebook zu einem Samstags-Spaziergang an die Grenzen des als "Dagger Complex" bekannten Geländes.

"Spione in ihrer natürlichen Umgebung"

Seitdem, berichtet Heise, war Bangert bereits 50 Mal, und damit einmal pro Woche, vor Ort, um seinem Unmut Ausdruck zu geben. Zwischenzeitlich folgten ihm hunderte andere Aktivisten auf der Suche nach "Spione[n] in ihrer natürlichen Umgebung", die Zahl der Teilnehmer hat sich aber mittlerweile auf eine Handvoll reduziert. Am 26. Juli dürften es wieder deutlich mehr werden, dann feiert der NSA-Spaziergang im Rahmen eines Anti-Überwachungs-Aktionstags mit einer Feier sein Jubiläum.

Bangert, der auch den NSA Spion Schutzbund ins Leben gerufen hat, übt aber nicht nur an der Überwachung Kritik, sondern auch an vielen seiner Mitmenschen. Diese würden sich für die Thematik kaum interessieren, weil sie der Meinung seien, ohnehin nichts zu verbergen zu haben und somit nicht betroffen zu sein. Er selbst will weiter demonstrieren, "bis sich da was ändert". Sein Aktivismus hat ihm bereits Konfrontationen mit dem deutschen Staatsschutz und der Polizei eingebracht.

Keine offizielle Bestätigung von NSA-Aktivitäten

Eine offizielle Bestätigung für NSA-Aktivitäten im Dagger Complex gibt es derweil nicht. Bei entsprechenden Anfragen verweist die hessische Landesregierung an die Bundesregierung weiter, da dort die Kompetenzen für ausländische Geheimdienst-Angelegenheiten lägen. (red, derStandard.at, 04.07.2014)

  • Seit einem Jahr lädt Daniel Bangert wöchentlich zum Protestspaziergang gegen die NSA.
    foto: daniel bangert

    Seit einem Jahr lädt Daniel Bangert wöchentlich zum Protestspaziergang gegen die NSA.

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