Karas fiel bei interner Vorwahl durch

4. Juli 2014, 12:05
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ÖVP-Abgeordneter kam unter zehn Anwärtern nur auf siebenten Platz - Sei Frauenquote zum Opfer gefallen

Straßburg/Brüssel - Der ÖVP-Europaabgeordnete Othmar Karas ist bei einer internen Vorwahl in seiner EVP-Fraktion durchgefallen. Karas bemühte sich bei der Abstimmung am 25. Juni um das Amt des Vizepräsidenten des Parlaments, seine Kollegen wählten ihn aber nur auf den siebenten Platz, wie aus einer E-Mail hervorgeht, die der APA vorliegt. Karas sei der Frauenquote zum Opfer gefallen, hieß es aus der Fraktion.

Karas leitet die ÖVP-Delegation im Europaparlament und will im Jahr 2017 Nachfolger des deutschen Sozialdemokraten Martin Schulz als Parlamentspräsident werden. Zuletzt machte er auch seine Ambitionen auf den EU-Kommissarsposten deutlich, für den die Regierung Johannes Hahn nominieren will.

Die 221 Abgeordnete starke Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) gab Karas Ende Juni nicht die nötige Unterstützung, damit er zunächst einer der 14 Vizepräsidenten des Parlaments würde. Die EVP erhob Anspruch auf sechs Stellvertreterposten, intern bemühten sich zehn Kandidaten darum. Am stärksten schnitt der deutsche Abgeordnete Rainer Wieland mit 149 Stimmen ab, den sechsten Platz belegte die Irin Mairead McGuinness mit 93 Stimmen. Karas, der in der vergangenen Periode Vizepräsident des EU-Parlaments war, kam auf 73 Stimmen.

Kandidaturverzicht

Nach der internen Abstimmung erklärte Karas öffentlich seinen Verzicht auf die Kandidatur. Er hätte sich auch ohne Nominierung seiner Fraktion um den Posten bewerben können. "Ich stehe für das Amt des Vizepräsidenten im Europäischen Parlament nicht zur Verfügung, ich werde zur Wahl am Dienstag nicht antreten", sagte er dem "Kurier" am 29. Juli. Seine sechs Kollegen wurden Anfang Juli zu Vizepräsidenten gewählt.

In der EVP-Fraktion hält man Karas' Chancen für das Amt des Parlamentspräsidenten nach Schulz weiter für intakt. "Man muss zu Othmars Ehrenrettung sagen, dass wir in der Fraktion eine Frauenquote haben", hieß es aus Kreisen der Fraktion. Die Abgeordneten seien dazu aufgerufen worden, drei der Plätze mit Frauen zu besetzen, wie es auch geschehen sei. "Er ist weiterhin führendes Mitglied der EVP-Fraktion und einer der Kandidaten für das Amt des Präsidenten des EU-Parlaments", hieß es. (APA, 4.7.2014)

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