Haitis Regierung forderte fehlende Finanzhilfen für Erdbebenopfer ein

4. Juli 2014, 11:46
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Regierungschef nimmt Geberländer in die Pflicht

Port-au-Prince - Der Karibikstaat Haiti ist auch viereinhalb Jahre nach dem verheerenden Erdbeben mit einer Viertelmillion Toten weiterhin auf Finanzhilfen aus dem Ausland angewiesen. Die internationale Gemeinschaft habe bisher erst knapp die Hälfte der versprochenen neun Milliarden Dollar (etwa 6,6 Milliarden Euro) an Hilfsgeldern überwiesen, sagte Regierungschef Laurent Lamothe.

Das Geld sei größtenteils für humanitäre Zwecke und Nothilfen bereitgestellt worden. Für den Wiederaufbau des Landes würden aber weit mehr Finanzmittel benötigt. Das ärmste Land der westlichen Hemisphäre war am 12. Jänner 2010 von einem Erdbeben der Stärke 7,0 erschüttert worden. Etwa 250.000 Menschen starben, weitere 1,3 Millionen wurden obdachlos. Die Staatsführung steht seit langem in der Kritik, weil der Wiederaufbau nur schleppend vorangeht.

125.000 Menschen in Behelfslagern

Fast jeder zweite Bewohner der Hauptstadt Port-au-Prince habe nach dem Erdbeben in Zelten Zuflucht gefunden, sagte Lamothe. Inzwischen lebten nur noch 125.000 Menschen in Behelfslagern, was auch dem Krisenmanagement seiner Regierung zu verdanken sei. Nach der Naturkatastrophe seien trotz schwieriger Rahmenbedingungen 3000 Häuser mit Sozialwohnungen gebaut und 4000 weitere renoviert worden. Bis 2015 sollten zusätzliche 10.000 Neubauten hinzukommen.

Am vereinbarten Zeitplan für die seit drei Jahren überfälligen Parlamentswahlen will Lamothe nach eigenen Worten festhalten. Die Abstimmung werde planmäßig am 26. Oktober stattfinden, weil die Situation im Land inzwischen ausreichend stabil sei, sagte er. Die Verzögerung des Urnengangs hatte das Land in eine politische Krise gestürzt und zu Demonstrationen gegen die Regierung geführt. Die Opposition fordert insbesondere die Einrichtung einer von Staatschef Michel Martelly unabhängigen Wahlkommission. (APA, 4.7.2014)

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