Costa Rica im internationalen Rampenlicht

4. Juli 2014, 11:46
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Spieler träumen vor der Viertelfinalpartie gegen die Niederlande von Engagements in Europa - Keeper Navas von zahlreichen Großklubs umworben

Salvador da Bahia/Santos - Die Trikots sind Verkaufsschlager, der Elfmetertöter wird von  großen Klubs umworben und der Abwehrchef träumt von Europa: Das wundersame WM-Märchen der Ticos hat dafür gesorgt, dass Costa Rica in den Fokus der Fußballwelt gerückt ist. Plötzlich interessieren sich alle für die Kicker aus Mittelamerika, die nach der Weltmeisterschaft nicht sofort wieder im Nirgendwo verschwinden wollen.

"Wir wollten die Welt auf unseren Fußball aufmerksam machen", sagte Innenverteidiger Giancarlo Gonzalez, "ihr zeigen, dass sie die Türen für uns öffnen kann." Der 26-Jährige, der bislang jede der sagenhaften 390 WM-Minuten für die Ticos gespielt hat, hofft wie die meisten seiner Teamkollegen auf einen Vertrag in einer der großen Ligen in Europa.

"Wir haben gezeigt, aus welchem Holz wir geschnitzt sind und dass wir in diesen Ligen spielen können", meinte der Legionär von Columbus Crew in den USA. Im Viertelfinale am Samstag (22.00 Uhr MESZ/ZDF) gegen die Niederlande bietet sich die nächste Chance, ein Millionenpublikum auf sich aufmerksam zu machen.

Heiße Transferaktie Navas

Einer, der den Sprung nach Europa schon geschafft hat, steht jetzt auf den Wunschlisten  der Topklubs. Keylor Navas, der beim historischen Triumph nach Elfmeterschießen gegen Griechenland Glanzparaden in Serie ablieferte, hat das Interesse des Champions-League-Finalisten Atlético Madrid sowie der englischen Spitzenvereine FC Liverpool und FC Arsenal geweckt.

Der Torhüter der Saison in der spanischen Primera Division, der für UD Levante 80,4 Prozent der Torschüsse abwehrte, kann nach seinen WM-Großtaten auf attraktive Angebote hoffen. Nach englischen Medienberichten hat Atlético sechs Millionen Euro Ablöse plus einen Spieler geboten: Navas soll bei den Madrilenen den belgischen Nationalkeeper Thibaut Courtois ersetzen, dessen Ausleihe vom FC Chelsea endet.

Levante-Präsident Quico Catalan lehnte mit Verweis auf eine festgeschriebene Summe von zehn Millionen Euro aber ab. Er verwies auf andere Interessenten aus Spanien und dem Ausland. Navas selbst wollte davon erstmal nichts hören. "Das Wichtigste für mich ist jetzt die WM. Ich werde später diese Dinge prüfen", sagte der Keeper in einem Radio-Interview. Bei Levante verdient er angeblich nur 300.000 Euro im Jahr.

Run auf Tico-Trikots

Seine Heldentaten haben wesentlich dazu beigetragen, dass die Ticos nicht nur in ihrer Heimat Begeisterungsstürme auslösen. Auch weltweit sind sie so beliebt, dass ihre Trikots kaum noch erhältlich sind. Im offiziellen FIFA-Onlineshop sind die meisten Größen ausverkauft, der Ausrüster Lotto kommt mit der Produktion nicht nach.

Nach Angaben der Italiener, die die Mittelamerikaner seit 1990 unter Vertrag haben, ist der Verkauf seit dem 3:1-Sieg im Auftaktspiel gegen Uruguay um das 20-Fache gestiegen.  (sid/red, derStandard.at, 4.7.2014)

  • Nicht nur in Costa Ricas Hauptstadt San Jose war die Begeisterung nach den furiosen Darbietungen der Ticos riesengroß.
    foto: ap/ esteban felix

    Nicht nur in Costa Ricas Hauptstadt San Jose war die Begeisterung nach den furiosen Darbietungen der Ticos riesengroß.

  • Der Moment der Erlösung im Penaltyschießen des Achtelfinales gegen Griechenland.
    foto: ap/ petr david josek

    Der Moment der Erlösung im Penaltyschießen des Achtelfinales gegen Griechenland.

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