Bewegung im Alltag: Innsbrucker fleißigste Fußgänger und Radfahrer

4. Juli 2014, 11:37
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Verkehrsclub untersuchte Mobilitätsverhalten: Wiener siegen bei Öffis, Klagenfurter beim Auto

Wien - Wie die Bewohner der österreichischen Landeshauptstädte ihre Alltagswege bewältigen, hat der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) analysiert. Heraus kamen große Unterschiede im jeweiligen Mobilitätsverhalten - und Innsbruck als Spitzenreiter, was das Zufußgehen und das Radfahren betrifft. Österreichische Öffi-Meister sind die Wiener, während Klagenfurt in puncto "Autoabhängigkeit" an der Spitze liegt.

Bereits in sechs Landeshauptstädten wird die Mehrheit der Alltagswege autofrei zurückgelegt. In Wien werden 72 Prozent der Alltagswege mit Öffis, zu Fuß oder mit dem Rad erledigt, in Innsbruck 67 Prozent. Am meisten wird in Klagenfurt das Auto genutzt, um zur Arbeit oder etwa ins Kino zu gelangen.

Autofahren in Kärnten, Gehen in Innsbruck

In Klagenfurt fällt auch die "Autoabhängigkeit" mit 603 Autos pro 1000 Einwohnern am höchsten aus. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Zahl der Autos ein Indiz dafür ist, dass die Bevölkerung sehr stark davon abhängig ist. Zum Vergleich: In Graz gibt es pro 1.000 Einwohner 476 Autos, in Innsbruck 438 und in Wien nur 386.

Innsbruck ist sowohl beim Gehen als auch beim Radfahren Österreichs Spitzenreiter, so die VCÖ-Analyse. In der Tiroler Landeshauptstadt werden 29 Prozent der Alltagswege zu Fuß zurückgelegt, die Wiener folgen mit einem Anteil von 27 Prozent. Bronze geht an Bregenz mit 25 Prozent - Klagenfurt ist in dieser Kategorie am letzten Platz. "Eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung verringert nicht nur Verkehrslärm und Abgasbelastung, sondern nützt auch der Wirtschaft. Hohe Fußgängerfrequenz macht Straßen für Geschäfte attraktiv", sagt VCÖ-Expertin Bettina Urbanek.

Rad-Hauptstädte Österreichs

Bei den Radfahrern ist ebenfalls Westösterreich an der Spitze: Innsbruck, Bregenz und Salzburg sind so die drei Rad-Hauptstädte Österreichs. In Bregenz und Salzburg werden jeweils 20 Prozent der Alltagswege mit dem Rad gefahren, in Innsbruck sogar 22 Prozent. Am wenigsten wird in Linz und in Wien Rad gefahren, wobei sich in Wien der Radverkehrsanteil seit dem Jahr 2002 verdreifacht hat. Trotzdem ist die Bundeshauptstadt mit nur sechs Prozent ganz am Ende des Feldes.

Dafür ist Wien auch der unangefochtene Öffi-Champion der VCÖ-Analyse: 39 Prozent der Alltagswege werden mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren. Linz liegt als zweiter mit 22 Prozent deutlich dahinter, vor Graz mit 20 Prozent. In St. Pölten werden 17 Prozent der Alltagswege mit Öffis gefahren, in Innsbruck 16 Prozent und in Salzburg und Bregenz jeweils 15 Prozent. Der VCÖ betonte, dass es nicht zuletzt wegen des starken Bevölkerungswachstums sowohl in den Städten als auch vom Umland in die Zentren rasch mehr öffentliche Verkehrsverbindungen braucht. (APA, 4.7.2014)

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