Genetischer Eingriff lässt Pflanzen doppelt so lange blühen

5. Juli 2014, 21:46
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Forscher hoffen, dass sich ihr Erfolg bei Prunkwinden auch auf andere Arten übertragen lässt

Tokio - Japanische Forscher haben eine Methode entwickelt, um die Blütezeit von Pflanzen beinahe zu verdoppeln. Wie Wissenschafter der Organisation für Landwirtschafts- und Lebensmittelforschung und der Universität von Kagoshima mitteilten, ist es ihnen gelungen, das mutmaßlich für den Alterungsprozess zuständige Gen von Prunkwinden-Blüten zu identifizieren.

Prunkwinden (Ipomoea) sind eine hauptsächlich in den Tropen vorkommende Pflanzengattung, zu der auch die Süßkartoffel zählt. Anders als diese werden die meisten Prunkwindenarten aber nur wegen ihrer schönen Blüten als Zierpflanzen gezüchtet. Besonderer Reiz und zugleich Nachteil dieser Schönheit: Ihre Blüten öffnen sich am Morgen und sind am Abend meist schon wieder verblüht.

Durch die Unterdrückung des Gens "EPHEMERAL1" habe die Blütezeit der Pflanzen von 13 auf 24 Stunden verlängert werden können, berichten die japanischen Forscher. Sie hoffen, mit ihrer neuen Methode künftig die Lebensdauer von Schnittblumenblüten deutlich verlängern zu können. Bisher verwendeten Floristen hierfür häufig Chemikalien, die die pflanzeneigene Äthylengas-Produktion stoppen. Bei besonders beliebten Zierblumen wie Tulpen und Lilien funktioniert dieser chemische Trick allerdings nicht. (APA/red, derStandard.at, 5. 7. 2014)

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