ATX startet schwach in die Woche 

7. Juli 2014, 17:59
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Deutsche Betriebe produzierten im Mai unerwartet wenig - Erste Group verlieren erneut über zweineinhalb Prozent - Strabag nach Brenner-Baulos fester 

Wien - Die Wiener Börse hat die Woche mit klaren Verlusten begonnen. Der ATX fiel um 32,52 Punkte oder 1,32 Prozent auf 2.427,79 Einheiten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,37 Prozent, DAX/Frankfurt -0,93 Prozent, FTSE/London -0,63 Prozent und CAC-40/Paris -1,38 Prozent.

Der Wiener Aktienmarkt zeigte sich zum Wochenauftakt bereits im Frühhandel schwächer und weitete seine Verluste ähnlich dem europäischen Handelsumfeld im Verlauf aus. Dazu beigetragen hatten laut Marktteilnehmern unerfreuliche Konjunkturdaten aus Deutschland. So wurde bekannt, dass deutsche Unternehmen ihre Produktion im Mai so stark gedrosselt haben, wie seit zwei Jahren nicht mehr. Das Sentix-Investorenvertrauen fiel hingegen positiv aus: Börsianer sehen die Konjunktur der Eurozone im Aufwind. Der Sentix-Index stieg im Juli um 1,6 auf 10,1 Punkte nach zuletzt zwei Rückgängen in Folge.

Ein Analyst von ING wertet die schwächelnde deutsche Produktion zwar als Bestätigung, dass die exportlastige deutsche Wirtschaft nicht "immun" vor einer Konjunkturabkühlung in Schwellenländern und geopolitischen Risiken sei. Jedoch bestehe kein Grund zu großer Sorge, da die Aufträge aus der Eurozone den zweiten Monat in Folge zugelegt haben. Zudem sei der Level der Industrieaktivität in Deutschland nach wie vor hoch.

An der Wiener Börse stand erneut die Erste Group im Fokus: Nachdem die Bank vergangene Woche wegen des schlecht laufenden Rumänien-Geschäfts der Konzerntochter BCR für heuer einen herben Verlust von 1,6 Mrd. Euro angekündigt hatte, waren ihre Aktien am Freitag um 16 Prozent eingebrochen. Heute verloren die Erste-Anteilsscheine erneut 2,67 Prozent auf 18,97 Euro.

Daher kürzten auch heute einige Analystenhäuser ihre Erwartungen für die Erste-Aktie: So reduzierten die Citigroup-Analysten ihr Kursziel von 26 auf 20 Euro und bestätigten ihr Votum "Neutral", die Experten von Kepler-Cheuvreux senkten ihr Preisziel von 22 auf 20 Euro und blieben bei ihrer Empfehlung "Hold". Wegen der negativen Überraschungen in Rumänien werfen die Citigroup-Experten in ihrer Analyse die Frage auf, ob die Erste Group sich noch auf weitere Vorfälle im Bezug auf den bevorstehenden Bilanzcheck (AQR) der Europäischen Zentralbank (EZB) einstellen muss. Die Kepler-Analysten sehen hingegen die Möglichkeit, dass dies das letzte große "Saubermachen" im Erste-Rumäniengeschäft war.

Besser lief der Handelstag für Strabag, die um 1,23 Prozent auf 23,00 Euro kletterten. Gemeinsam mit dem italienischen Bauunternehmen Salini Impregilo hat die Strabag den Zuschlag für ein weiteres Baulos des Brennerbasistunnels (BBT) erhalten. Das Auftragsvolumen für die technisch schwierige Eisack-Unterquerung auf Südtiroler Gebiet betrage rund 300 Mio. Euro, teilte Salini mit.

Wieder aufgenommen haben die Analysten der Raiffeisen Centrobank (RCB) ihre Coverage der Immofinanz mit einem Kursziel von 3,15 Euro und der Empfehlung "Buy". Immofinanz verloren 2,94 Prozent auf 2,57 Euro.

. (APA, 7.7.2014)

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