Ungarns Bankengesetz vor Absegnung

4. Juli 2014, 09:43
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Neues Gesetz gibt Banken Wechselkurs vor - Höchstgericht entschied im Juni, dass das Vorgehen der Banken in der Vergangenheit illegal war

Budapest - Heute soll in Ungarn ein neues Gesetz verabschiedet werden, das zwei heimischen Kreditinstituten - der Raiffeisen Bank International und der Erste Group - viel Geld kosten könnte.  Erst vor Kurzem entschied das ungarische Höchstgericht, dass sich die Banken durch die Verwendung von unterschiedlichen Wechselkursen "illegal bereichert" hätten. Damit die Kunden nun nicht einzeln klagen müssen, soll das ungarische Parlament heute ein Gesetz durchwinken, dass den Banken den offiziellen Wechselkurs der Ungarischen Nationalbank vorgibt.

Budapester Analysten rechnen mit Kosten von bis zu 1,6 Milliarden Euro für in Ungarn engagierte Banken. Raiffeisen könnte es laut einem Analysten bis zu 190 Millionen Euro kosten, wie das Ö1-Morgenjournal berichtet. Für die Erste sind keine Schätzungen bekannt, jedenfalls sind die geplanten Kosten für das Ungarn-Engagement mit ein Grund, weshalb die Bank am Donnerstagabend einen erwarteten Milliarden-Verlust bekanntgab.

In Ungarn sind noch Fremdwährungskredite von zwölf Milliarden Euro ausständig. Ein Fünftel davon gilt derzeit als faul, Zahlungen der Kreditnehmer sind also schon mehr als 90 Tage ausständig. In der Vergangenheit haben sich hunderttausende Ungarn in ausländischen Währungen verschuldet und damit Geld gespart. Als der Forint allerdings an Wert verlor, wurde aus dem zuerst guten Geschäft ein Fiasko. (red, derStandard.at, 4.7.2014)

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