Linz restituiert Emil Noldes "Maiwiese"

3. Juli 2014, 16:35
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Der Kunstrückgabebreirat des Bundes empfahl der Stadt zudem, zwei Bilder von Lovis Corinth zurückzugeben

Wien/Linz – Jahre lang wehrte sich die Stadt Linz, das Gemälde "Maiwiese" von Emil Nolde zu restituieren. Und sie fällte auch keine Entscheidung im Fall Ida Baer. In diesem geht es um zwei Gemälde von Lovis Corinth, die man einst vom NS-Kollaborateur Wolfgang Gurlitt erworben hatte. Auf Druck hin übergab die Stadt aber sämtliches Material der Kommission für Provenienzforschung des Bundes. Und der Rückgabebeirat empfahl in seiner Sitzung am Donnerstag die Restitution der drei Bilder, die sich im Lentos befinden.

Der Empfehlung werde, so Kulturamtsdirektor Julius Stieber zum STANDARD, sicher Folge geleistet. Die Entscheidung aber habe formal der Gemeinderat zu fällen.

Wie Gurlitt hatte auch der Salzburger Kunsthändler Friedrich Welz nach dem Krieg Kunstschätze aus dubiosen Quellen anzubieten. 1953 zum Beispiel verkaufte er der Stadt Linz das Gemälde "Maiwiese" (um 1915). Es hatte, wie die Provenienzforscherin Sophie Lillie bereits 2006 herausfand, dem Hamburger Urologen Otto Siegfried Julius gehört. Im Februar 2007 lehnte die Stadt eine Rückgabe ab, da es sich „nicht ,nachgewiesenermaßen um Raubkunst’“ handle – was Lillie und der Wiener Anwalt Alfred Noll bestritten.

Der Beirat empfahl am Donnerstag zudem die Restitution mehrerer Porzellanobjekte aus dem Mak an die Erben nach Nathan Eidinger, einer Gouache von Philippe Berger aus der Albertina an die Erben nach Maximilian und Käthe Kellner sowie einer Zeichnung von Adolf Menzel an die Erben nach Leopoldine Mannaberg. An den Deutschen Orden sollen Grabungsfunde, die sich im KHM befinden, zurückgegeben werden. (Thomas Trenkler, DER STANDARD, 4.7.2014)

  • Emil Nolde: "Maiwiese" (um 1915).
    foto: reuters

    Emil Nolde: "Maiwiese" (um 1915).

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