Schwarzmarkt-Ermittlungen gegen FIFA und Verbände

3. Juli 2014, 14:34
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Weltverband soll selbst in den illegalen Ticketverkauf verwickelt sein - Untersuchungen gegen Ronaldinhos Bruder

Brasiliens Behörden ermitteln wegen des Verdachts, dass die Fußballverbände von Brasilien, Argentinien und Spanien sowie die FIFA selbst in den Schwarzmarkthandel mit WM-Tickets verwickelt sein könnten.

Das Ermittlungsverfahren wurde nach Polizeiangaben am Mittwoch eingeleitet und durch die Festnahme von elf Verdächtigen am Vortag ausgelöst, die illegal Eintrittskarten verkauft haben sollen. Demnach steht die Vermutung im Raum, dass die Tickets nicht auf offiziellem Wege, sondern durch Kontakte innerhalb des Fußball-Weltverbands beschafft wurden.

Festnahmen

Die mutmaßlichen Schwarzmarkthändler seien in Rio de Janeiro und Sao Paulo festgenommen worden, sagte Chefermittler Marcos Kac der Nachrichtenagentur AFP. Die organisierte Gruppe habe durchschnittlich tausend Eintrittskarten pro WM-Spiel angeboten und dafür jeweils einen Basispreis von 1.000 Euro verlangt. Der algerische Kopf des mutmaßlichen Verbrecherrings habe dafür Tickets beschafft, die von der FIFA kostenlos an die Fußballverbände der drei Länder sowie an Spieler und Unternehmen verteilt worden seien.

Ronaldhinos Bruder

Zu dem Fall vernommen wird laut Kac auch der Bruder des brasilianischen Starfußballers Ronaldinho, Roberto de Assis Moreira. Dieser habe "einigen seiner Freunde erzählt, dass sie über sein System VIP-Tickets erwerben könnten". Ob Ronaldinhos Bruder tatsächlich mit den Schwarzmarkthändlern zusammenarbeitete, werde noch untersucht.

Die Tageszeitung "O'Dia" berichtete außerdem von einem von der Polizei aufgezeichneten Gespräch zwischen Roberto de Assis Moreira und dem Algerier. Darin soll Ronaldinhos Bruder den Chef der Schwarzhändler gefragt haben, ob er eine Ticketanfrage eines seiner Freunde erhalten habe. Lamine habe geantwortet, er biete vor allem VIP-Tickets an.

Nach Angaben von O'Dia soll das gleiche Betrugssystem schon bei den vorherigen vier Weltmeisterschaften zum Einsatz gekommen sein. Insgesamt hätten die Kriminellen so rund 70 Millionen Euro pro Turnier kassiert.

Die FIFA erklärte auf AFP-Anfrage, sie wolle vor möglichen Schritten zunächst die detaillierten Informationen der brasilianischen Behörden abwarten. (APA, 3.7.2014)

  • Das Geschäft mit der Suche.
    foto: apa/epa/dal zennaro

    Das Geschäft mit der Suche.

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