Symantec-Manager: "Wieso 'World of Warcraft' in meinem Lebenslauf steht"

3. Juli 2014, 13:11
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Zeigt Führungsqualitäten und hilft beim Verstehen von Spielkultur

Stephen Gillett ist ein erfahrener Manager. Er blickt auf hohe Positionen beim Onlinemedium CNet, der Handelskette Best Buy sowie Starbucks zurück. Heute ist er Geschäftsführer bei der IT-Sicherheitsfirma Symantec. Was ihn abseits seiner Karriere von anderen Führungskräften unterscheiden dürfte, ist sein Lebenslauf, in dem er auch seine Errungenschaften im Online-Rollenspiel "World of Warcraft" vermerkt hat.

In Blizzards Fantasyuniversum betreut Gillett mehrere Charaktere. Einer davon ist ein Paladin auf Level 70, der andere ein Priester mit Schwerpunkt auf Heilungsfertigkeiten. Wieso er sein Gaming-Hobby in seine Bewerbungen einfließen lässt, hat er gegenüber CNN erklärt.

Herausforderungen eines Gildenmeisters

Es gehe nicht nur um ein Rollenspiel, meint er dort. Auf diesem Wege könne er zeigen, dass er sowohl in der echten Welt als auch in einer virtuellen Umgebung als Führungskraft fungiere. Als Gildenmeister betreut er ein umfassendes Aufgabengebiet. Es gilt etwa die Plünderung von Dungeons zu organisieren und den digitalen Geldschatz des Spielerverbunds zu hüten. Außerdem halte er auch regelmäßig Ausschau nach talentierten Neuzugängen.

Wie Starbucks von "World of Warcraft" lernte

Skills, die ihm auch in seiner Rolle als Technikchef bei Starbucks geholfen haben. Das Unternehmen hatte bei seinem Amtsantritt mit veralteter IT- und Kasseninfrastruktur zu kämpfen. Neben einer Aufrüstung erhielt er auch die Genehmigung zur Einrichtung einer neuen Abteilung namens "Digital Ventures", die sich auf Marketing und Kundeninteraktion über computerisierte Endgeräte spezialisiert hat.

Um das restliche Management von seinen Plänen zu überzeugen, lud er es dafür zu einem Ausflug in Blizzards Hauptquartier in Kalifornien ein, um zu zeigen, wie sich mit Spielen Geld machen lässt. Dass Starbucks mittlerweile ein Belohnungsprogramm für wiederkehrende Kunden betreibt, das ihnen das Sammeln von Punkten und Erreichen höherer Level sowie die Inanspruchnahme von Sonderangeboten gewährt, kommt nicht von ungefähr.

Gamification

Einen ähnlichen Zugang will Gillett nun auch bei Symantec etablieren. Zuerst intern, später aber auch für die Kunden. Vorstellbar wäre etwa ein Punktesystem, das Nutzer für die Übermittlung gefundener Softwarefehler belohnt. Gleichzeitig möchte er auf diesem Wege auch mehr über die menschliche Komponente, also den Umgang von Computernutzern mit verschiedenen Bedrohungen, erfahren. (red, derStandard.at, 03.07.2014)

  • Stephen Gillet versteht "WoW auch als Möglichkeiten, bei einer Bewerbung eigene Fertigkeiten zu demonstrieren.
    foto: blizzard

    Stephen Gillet versteht "WoW auch als Möglichkeiten, bei einer Bewerbung eigene Fertigkeiten zu demonstrieren.

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