Chinas Präsident wirbt um bessere Beziehungen zu USA

3. Juli 2014, 08:40
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Xi Jinping: "Mehr Blumen pflanzen und nicht Dornen" - Besuch in Südkorea soll Wirtschaft ankurbeln

Peking/Washington - Chinas Präsident Xi Jinping hat in einem ungewöhnlich deutlichen Appell an die USA für bessere Beziehungen zwischen den zwei größten Volkswirtschaften plädiert. "Die beiden Seiten sollten gemeinsame Interessen erweitern, die Zusammenarbeit vertiefen, mehr Blumen pflanzen und nicht Dornen, Störungen klären und Argwohn und Konfrontation vermeiden", sagte Xi laut der staatlichen Zeitung "China Daily".

China werde auf dem Pfad der friedlichen Entwicklung bleiben und seine internationalen Verpflichtungen einhalten, so Xi. "Wir hoffen, dass die USA Chinas grundlegende staatliche Verhältnisse sowie seine Innen- und Außenpolitik objektiv betrachten werden."

Wirtschaftsdialog

Xi äußerte sich vor dem chinesisch-amerikanischen Strategie- und Wirtschaftsdialog in der kommenden Woche. Er hoffe, dass die beiden Länder solche Treffen nutzen könnten, um ihren Beziehungen "positive Energie" einzuhauchen, sagte Xi im Gespräch mit dem ehemaligen US-Finanzminister Henry Paulson. Zu dem Dialog in Peking werden unter anderen US-Finanzminister Jack Lew und Außenminister John Kerry erwartet.

Xi weilt derzeit zu einem zweitägigen Besuch in Südkorea. Beim Treffen mit Präsidentin Park Geun-hye am Donnerstag in Seoul wird neben den bilateralen Beziehungen die Lage in Nordostasien einschließlich des Streits um das nordkoreanische Atomprogramm ein Schwerpunkt sein.

Nordkorea  drohte mit Atomtest

In Seoul wird erwartet, dass beide das Ziel einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel bekräftigen. Der Besuch Xis kommt zu einem Zeitpunkt erhöhter Spannungen auf der Halbinsel. Nordkorea hatte im März neben den Tests einer großen Anzahl von Raketen auch mit einem neuen Atomtest gedroht. In den vergangenen Tagen hatte Nordkoreas Militär erneut mehrere Raketen in Richtung offenes Meer abgefeuert.

Die jüngsten Tests wurden in Südkorea auch als Ausdruck des Missfallens aufseiten des kommunistischen Regimes über den Besuch Xis in Seoul gesehen. Erstmals seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Südkorea und China im Jahr 1992 besucht ein chinesischer Präsident zuerst Südkorea und nicht Nordkorea.

Beim Besuch Xis stehen zudem die Handelsbeziehungen im Mittelpunkt. Beide Länder verhandeln derzeit über ein Freihandelsabkommen. China ist Südkoreas größter Handelspartner. (APA/Reuters, 3.7.2014)

  • Xi Jinping (re.) wurde von Südkoreas Außenminister Yun Byung-se vom Flughafen abgeholt.
    foto: ap/ahn young-joon

    Xi Jinping (re.) wurde von Südkoreas Außenminister Yun Byung-se vom Flughafen abgeholt.

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