Washington will stärkere Sicherheitsmaßnahmen vor Flügen in die USA

3. Juli 2014, 11:49
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Spekulationen über Bedrohung durch Al-Kaida - Wiener Flughafen nicht betroffen

Washington/Wien - Aus Sorge vor Bombenanschlägen mit neuartigen Sprengsätzen drängen die USA auf verstärkte Sicherheitschecks an mehreren europäischen Flughäfen mit Direktverbindungen in die USA. Der Flughafen Wien ist davon nach Angaben aus dem Innenministerium nicht betroffen. Hinter der Terrorwarnung soll auch die Angst vor Syrien-Heimkehrern stehen.

Der Schritt beruhe auf einer veränderten Einschätzung der weltweiten Terrorgefahr, teilte US-Heimatschutzminister Jeh Johnson am Mittwoch mit. Von Extremisten entwickelte Sprengstoffe, die bei Sicherheitskontrollen unerkannt bleiben könnten, würden diesen Schritt notwendig machen.

Gefahr von Rückkehrern aus Jemen und Syrien

Wie der US-Sender ABC unter Verweis auf Sicherheitskreise berichtete, soll es sich konkret um von jemenitischen Extremisten entwickelte Bomben handeln. Diese sollen mit Al-Kaida-Mitgliedern in Syrien zusammenarbeiten, von denen viele aus westlichen Staaten stammen würden und daher einfachen Zugang zu den USA hätten.

Auch die Nachrichtenagentur dpa berichtete unter Verweis auf deutsche Sicherheitskreise von Hinweisen auf Jihadisten mit europäischem Aussehen und europäischen Pässen, die aus Europa in die USA reisen und dabei Anschläge verüben könnten. Informationen über konkrete Anschlagspläne in Deutschland gebe es aber derzeit nicht.

Genauere Kontrollen

An den von der US-Terrorwarnung betroffenen Flughäfen sollen laut US-Medienberichten Schuhe und elektronische Geräte von Passagieren genauer untersucht und weitere Geräte zum Aufspüren von Sprengsätzen aufgestellt werden. Zudem sollen vereinzelt Passagiere genauer überprüft werden. Umgesetzt werden sollen die Änderungen bereits in den nächsten zwei Wochen.

Es gehe um "sichtbare und unsichtbare Maßnahmen", teilte Johnson mit. Man wolle den Flugbetrieb und die Passagiere dabei so wenig wie möglich beeinträchtigen. Ein konkretes Ziel oder eine Zeitplanung für neue Anschläge lägen noch nicht vor. Eine mit den Informationen vertraute Quelle nannte die Bedrohung "andersartig" und "viel bedrohlicher" als bisherige Anschläge auf Flugzeuge.

Flughafen Wien-Schwechat nicht betroffen

Der Flughafen Wien-Schwechat, der als einziger in Österreich Direktflüge in die USA anbietet, ist nach Angaben aus dem Innenministerium nicht betroffen. Die aktuelle Warnung des US-Heimatschutzministeriums beziehe sich nicht auf Wien, sagte Flughafensprecher Karl-Heinz Grundböck am Donnerstag.

Verstärkte Sicherheitsvorkehrungen gibt es nach Angaben des stellvertretenden Regierungschefs Nick Clegg hingegen bereits auf britischen Flughäfen. Worin die neuen Sicherheitsmaßnahmen bestehen, sagte er nicht. Die Anschlagsgefahr werde derzeit als "erheblich" eingestuft, zitierte der "Guardian" einen Mitarbeiter des Verkehrsministeriums.  (APA, 3.7.2014)

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