Irak soll iranische Kampfjets erhalten haben

3. Juli 2014, 06:14
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Forschungsinstitut analysierte Markierungen an angeblich russischen Maschinen

Bagdad/Teheran/Moskau - Mehrere neue irakische Kampfflugzeuge stammen laut Analysten womöglich nicht aus Russland, sondern aus dem Iran. Drei Kampfjets vom Typ Su-25, die auf Aufnahmen des irakischen Verteidigungsministeriums beim Landeanflug zu sehen sind, würden die Bemalung und die Seriennummern iranischer Kampfflugzeuge tragen, erklärte das International Institute of Strategic Studies (IISS) am Mittwoch in London.

Zudem seien die Maschinen auf dem Luftweg im Irak eingetroffen, wohingegen die Flugzeuge aus Russland zerlegt in mehreren Frachtflugzeugen geliefert wurden. Der Irak hatte vor einer Woche mitgeteilt, ein Dutzend Kampfflugzeuge vom Typ Su-25 aus Russland gekauft zu haben.

Iran darf seit 2007 keine Rüstungsgüter exportieren

Nachdem am Sonntag fünf Maschinen geliefert wurden, teilte das Verteidigungsministerium am Dienstag mit, dass fünf weitere Maschinen im Irak eingetroffen seien. Das Video, das die Mitteilung begleitete, lässt jedoch den IISS-Experten zufolge annehmen, dass die drei gezeigten Maschinen aus dem Iran stammen. Gemäß den wegen seines Atomprogramms verhängten UN-Sanktionen darf der Iran seit 2007 keine Rüstungsgüter mehr exportieren.

Die IISS-Experten wiesen darauf hin, dass ein Großteil der iranischen Su-25-Flotte ursprünglich aus dem Irak stammte. Während des Golfkriegs 1991 hätten die Piloten von sieben irakischen Kampfflugzeugen Zuflucht im Nachbarland gesucht, wo sie gegen Bagdads Willen in die iranische Luftwaffe eingegliedert wurden.

Die Suchoi-Flugzeuge sollen die irakische Luftwaffe im Kampf gegen die Jihadisten verstärken. Diese hatten in den vergangenen Wochen die Großstadt Mossul und weite Teile des Nordirak in ihre Gewalt gebracht und dort am Dienstag ein bis nach Syrien reichendes Kalifat ausgerufen. (APA, 3.7.2014)

  • Eine der kürzlich gelieferten SU-25 auf dem Luftwaffenstützpunkt  al-Muthanna  bei Bagdad
    foto: reuters/stringer

    Eine der kürzlich gelieferten SU-25 auf dem Luftwaffenstützpunkt  al-Muthanna  bei Bagdad

  • Eine andere Perspektive. Auffällig die halb übersprühte Seriennummer auf dem Heckleitwerk
    foto: reuters/stringer

    Eine andere Perspektive. Auffällig die halb übersprühte Seriennummer auf dem Heckleitwerk

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