Krisengipfel zu Ebola-Epidemie in Westafrika

2. Juli 2014, 20:04
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WHO: Beschlüsse sind "entscheidend" für Kampf gegen Epidemie 

Accra - Angesichts der rasanten Ausbreitung der Ebola-Epidemie in Westafrika sind die Gesundheitsminister aus mehreren Staaten der Region am Mittwoch zu einem Krisentreffen zusammengekommen. Während der zweitägigen Konferenz in der ghanaischen Hauptstadt Accra wollen die Minister gemeinsam mit internationalen Experten einen Aktionsplan für den Kampf gegen die hoch ansteckende Krankheit beschließen.

Die Konferenz findet auf Einladung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) statt. "Die bei diesem Treffen gefällten Beschlüsse werden entscheidend für den aktuellen und zukünftigen Kampf (gegen Ebola) sein", erklärte die WHO zum Auftakt der Konferenz. Erst am Dienstag hatte die WHO neue, alarmierende Opferzahlen vorgelegt: In Guinea, Liberia und Sierra Leone seien bisher 759 Fälle von hämorrhagischem Fieber verzeichnet worden, darunter 544 bestätige Ebola-Fälle. Von den Infizierten seien 467 Menschen gestorben. Seit dem vergangenen WHO-Bericht von vergangener Woche erhöhte sich damit die Zahl der Toten um fast 130.

Guinea am stärksten betroffen

Als erster Staat in Westafrika hatte Guinea zu Jahresbeginn Ebola-Fälle gemeldet - mit 303 Todesfällen ist das Land bisher am stärksten betroffen. Neben Guinea, Sierra Leone und Liberia waren auch Gambia, Guinea-Bissau, Ghana, Mali, die Elfenbeinküste und der Senegal zur Konferenz in Accra geladen. Hinzu kommen Uganda und die Demokratische Republik Kongo, die bereits Erfahrungen mit dem Ebola-Virus haben. Auch Vertreter von Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen und dem Roten Kreuz sowie Gesundheitsexperten aus mehreren Ländern sollten an dem Treffen teilnehmen.

In Sierra Leone kämpft der österreichische Arzt Michael Kühnel um den Schutz der Bevölkerung vor Ebola. "Besonders wichtig ist es, die Menschen aufzuklären, wie sie eine Ansteckung vermeiden können", sagte der Katastrophenhelfer des Österreichischen Roten Kreuzes, der sich zur Zeit in Kailahun aufhält. "Unsere Aufklärungsveranstaltungen kommen sehr gut an. Da in manchen Gebieten die Analphabeten-Rate bei etwa 70 Prozent liegt, erreicht man die Menschen am besten mit persönlichen Gesprächen und über Radiospots."

Keine Medikamente

Es ist das erste Mal seit Jahrzehnten, dass sich das hoch ansteckende Ebola-Virus in Westafrika ausbreitet - bis dahin war es lediglich im Zentrum Afrikas aufgetreten. Bei der Krankheit leiden die Infizierten an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie in heftigen Fällen an inneren Blutungen und Organversagen. Gegen die Krankheit existieren bisher keine Medikamente. Bei manchen Erregern verläuft die Seuche in bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich.

Rotes Kreuz stoppt Einsatz

Das Rote Kreuz gab am Mittwoch bekannt, den Hilfseinsatz in Guinea nach Drohungen gegen seine Mitarbeiter vorübergehend gestoppt zu haben. Mit Messern bewaffnete Einheimische hätten Helfer in einem markierten Rot-Kreuz-Fahrzeug bedroht, sagte ein Vertreter der Hilfsorganisation in Westafrika, der anonym bleiben wollte. "Wir haben den Einsatz aus Sicherheitsgründen ausgesetzt. Ich kann mir vorstellen, dass es nicht das letzte Mal war, dass so etwas passiert." (APA, 2.7.2014)

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