Ö1-Führung: Szenen eines Radio-Hearings

2. Juli 2014, 18:27
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Gehörig gefragt - Amon: "Kann definitiv ausschließen, dass ich Spielregeln verletzt hätte" - Exsenderchef Alfred Treiber war als Assessor im Gespräch 

Wien - Entlässt du einen Mitarbeiter, der nicht tut, was du willst? Das fragte Radiodirektor Karl Amon nach Standard-Infos im Hearing Bewerber um die Ö1-Führung. Oder: Was tust du, wenn ich dir als Hörfunkdirektor von einem Tag auf den anderen fünf Prozent  Budget kürze? Was tust du, wenn du nicht Ö1-Chef wirst?

Manche Kandidaten versuchte er offenbar zu irritieren: Sind sie bereit, Sendung X abzuschaffen? Oder indem er Konzepte als unrealistisch qualifizierte.

Amon fragte Peter Klein, Silvia Lahner, Kurt Reissnegger, Rainer Rosenberg und Ulrike Wüstenhagen viel im Hearing für die Ö1-Führung - mit der Amon interimistisch seinen Favoriten Klein betraut hat. Für Fragen wären die Assessoren zuständig. Als Auftraggeber darf und sollte er das, sagt Amon.

Einen Wunsch-Assessor brachte er nicht durch: Exsenderchef Alfred Treiber, einst Featurechef wie nun Klein. Assessoren wurden Monika Eigensperger (FM4), Waltraud Langer (TV-Magazine), Burgenlandesdirektor Karlheinz Papst, Peter Schöber (ORF 3). Sie bewerteten Klein am besten, manche nur auf Basis des Hearings.

Die Kandidaten können sich erst nach ihrer Ablehnung beim Schulungsbeirat beschweren, der Hearings überwacht. Also müssten Betriebsrat oder ORF-Vertreter den Beirat bemüht haben, der nun laut Kurier vom ORF-Chef Alexander Wrabetz verlangt, das Hearing rechtlich prüfen zu lassen. Amon sagt: Bisher lägen ihm keine dieser Beschuldigungen vor. Und: "Ich kann definitiv ausschließen, dass ich da Spielregeln verletzt hätte."

Der Generaldirektor ist übrigens auch der Einzige, der ORF-Mitarbeiter entlassen kann. (fid, DER STANDARD, 3.7.2014)

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