Hypo: Gute Abbaugesellschaft wäre besser als schlechte

Leserkommentar2. Juli 2014, 15:13
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Warum möchte man für gutes Geld nur die faulen Eier der Hypo in den Warenkorb der Republik legen?

In der letzten Konzernbilanz der Hypo stehen Vermögenwerten von 26,2 Milliarden Euro Eigenkapital  von 1,859 Milliarden Euro und Schulden von 24,34 Milliarden Euro gegenüber. Für knapp die Hälfte der Schulden haftet das Land Kärnten bzw. der Bund.

Nun wäre es doch denkbar, dass eine Abbaugesellschaft Anleihen mit den gleichen Konditionen wie die Hypo-Anleihen begibt – ebenso mit staatlichen Haftungen. Diese Anleihen könnten den Hypo-Gläubigern zum Tausch mit ihren Hypo-Anleihen angeboten werden. Danach könnte die Abbaugesellschaft die Hypo-Anleihen mit den Vermögenswerten der Hypo tauschen.

Abbaubank übernimmt nur "Filetstücke" der Hypo

Natürlich würde man im Sinne des Steuerzahlers nicht die faulen Kredite in den Warenkorb der Abbaugesellschaft legen sondern nur die werthaltigen Aktiva. Nach dem Tausch wäre die Bankbilanz um zwölf Milliarden Euro verkürzt. Die Eigenkapitalquote der Bank würde entsprechend steigen.

In der Hypo gäbe es keine Anleihen mehr mit öffentlichen Haftungen. Jetzt könnte man versuchen die Bank zu verkaufen oder abzuwickeln. Eine Insolvenz der Hypo würde dem Steuerzahler nur das Eigenkapital der Bank kosten. Für den Rest müssten die Gläubiger aufkommen.

Geht man davon aus, dass die Abbaubank 80 Prozent der eingetauschten Aktiva verwerten kann, würde sie mit nur 2,4 Milliarden Euro Staatshilfe auskommen. Zumindest wäre der Schaden begrenzt, weil man nicht auch noch für das Risiko der Gläubiger ohne Landeshaftungen aufkommen würde. (Peter Schneeweis, Leserkommentar, derStandard.at, 2.7.2014)

Peter Schneeweis ist Architekt in Wien.

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