Kontroverse um Hearing für neuen Ö1-Chef 

2. Juli 2014, 14:08
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Radiodirektor Amon soll Hearing beeinflusst und Datenschutz missachtet haben, berichtet der "Kurier"

Wien - Die Suche nach der neuen Leitung des ORF-Radios Ö1 ist um ein Kapitel reicher. Wie der "Kurier" am Mittwoch berichtet, soll ORF-Radiodirektor Karl Amon das Hearing beeinflusst haben. Demnach habe Amon dabei Fragen und Feststellungen geäußert, obwohl er nur als Beobachter geladen war. Amon wies die Kritik unterdessen zurück.

Der Empfehlung Amons für Peter Klein als Ö1-Chef ist ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz bisher noch nicht gefolgt. Die Kritik am Radiodirektor wurde nun durch den Schulungsbeirat, eine Art Beobachtungsgremium für Hearings, erhoben. Neben einer möglichen Beeinflussung seien auch Mängel punkto Datenschutz moniert worden, da Amon bereits am Tag nach dem Hearing seine Präferenz für Klein gegenüber Journalisten bekannt gegeben habe. Wrabetz sei daher vom Schulungsbeirat dazu aufgefordert worden, die Prüfung rechtlicher Sanktionen zu veranlassen, heißt es im "Kurier". Künftig sollen Beobachter bei Hearings demnach kein Fragerecht haben.

Amon selbst ist das Schreiben des Schulungsbeirats zwar nicht bekannt. "Ich kann aber ausschließen, dass ich mich nicht an die Regeln für das Hearing gehalten hätte", betonte er im "Kurier". Ansonsten wäre der Vorsitzende eingeschritten. "Als Auftraggeber des Hearings - und nicht Beobachter - war ich sehr wohl berechtigt, Fragen zu stellen. Auch der Datenschutz wurde von mir selbstverständlich gewahrt."

Die Entscheidung über einen neuen Ö1-Chef dürfte sich jedenfalls noch etwas verzögern. Neben der Empfehlung Amons für den Ö1-Feature- und Literatur-Chef Klein hatten sich der Redakteursrat und die Ö1-Redakteure für Administrationschefin Ulrike Wüstenhagen ausgesprochen. Wrabetz hatte in der Folge alle Bewerber neuerlich zu Gesprächen geladen. Am Dienstag hatte ORF-Kommunikationschef Martin Biedermann erklärt, dass "bald, aber nicht diese Woche" mit einer Entscheidung zu rechnen sei. (APA, 2.7.2014)

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    foto: apa/helmut fohringer
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