Grazer Forscher erkennen Schutzfunktion von Fettpolstern

2. Juli 2014, 14:03
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Umleitung der Fettsäure in Speicher sichert Überleben der Zellen - Bei anhaltender Belastung kollabiert Mechanismus trotzdem

Jede der Billionen Zellen, aus denen ein Mensch besteht, wird von einer Membran begrenzt, die überwiegend aus Fettmolekülen besteht und den Austausch zwischen der Innen- und Außenwelt der Zellen steuert. Forscher an der Uni Graz haben entdeckt, wie Zellmembranen zu einem gewissen Grad vor zu viel Fettsäure geschützt werden.

Wichtige Energielieferanten

Lipide (von griechisch "lipos" für Fett) erfüllen im menschlichen Körper eine Vielzahl von Funktionen und kommen im Organismus in verschiedenen Zusammensetzungen vor. Sie sind neben den Kohlenhydraten die wichtigsten Energielieferanten des Organismus, sie spielen eine wichtige Rolle in vielen Stoffwechselprozessen und sind zentrale Strukturkomponenten in Zellmembranen.

Aus dem Energieüberschuss in der Nahrung werden die Lipide, die zum überwiegenden Teil aus Triglyceriden und langkettigen Fettsäuren bestehen, in Depots angelegt, die sich bisweilen unangenehm an Bauch und Hüften bemerkbar machen. Die Membranfette verändern sich im Regelfall jedoch nicht in ihrer Menge und halten ihre Funktion aufrecht.

Überleben der Zellen gesichert

Im Modellsystem Hefe hat die Forschergruppe um Sepp-Dieter Kohlwein vom Institut für Molekulare Biowissenschaften der Universität Graz erkannt, dass zum Schutz der Zellmembran und der Zelle ein Mechanismus in Gang gesetzt wird, der dafür sorgt, dass diese vor der übermäßigen Aufnahme von Fettsäure geschützt wird.

Laut ihrer jüngsten Veröffentlichung im Fachmagazin "Developmental Cell" verändern sich die Membranfette jedoch in ihrer Zusammensetzung. Es werde ein Mechanismus in Gang gesetzt, der dafür sorgt, dass die Membranfett-Synthese trotz des Überangebots an Fettsäuren so adaptiert wird, dass die Funktion der Membran und somit das Überleben der Zellen gesichert ist.

Lebenswichtige Funktion - bis zu gewissem Grad

Kohlwein schließt daraus, dass die ungeliebten Fettpolster nicht nur eine optisch unangenehme Nebenerscheinung von übermäßiger Ernährung sind, sondern eine lebenswichtige Funktion übernehmen, indem sie den Überfluss an Fettsäuren quasi "abpuffern".

Das Ganze funktioniere jedoch nur bis zu einem gewissen Grad, so Harald Hofbauer aus dem Forscherteam: "Die Zelle ist in der Lage, mithilfe des Schutzmechanismus ein gewisses Ungleichgewicht auszugleichen, ab einem gewissen Punkt ist die Balance im Fettsäureprofil so gestört, dass es nicht mehr geht". Atherosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen seien unter anderem die Folgen. (APA, 2.7.2014)

  • Die ungeliebten Fettpölster haben - in gewissem Ausmaß - auch eine lebenswichtige Funktion.
    foto: apa/dpa/arno burgi

    Die ungeliebten Fettpölster haben - in gewissem Ausmaß - auch eine lebenswichtige Funktion.

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