Novomatic stieß Anteil an Casino in Chile ab

2. Juli 2014, 11:28
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Nichtrauchergesetz führte zu Besucher- und Ertragsrückgang

Wien/Gumpoldskirchen/Santiago de Chile - Der niederösterreichische Glücksspielkonzern Novomatic ist aus dem größten Casino Chiles ausgestiegen. Aus "konzernstrategischen Gründen" habe man die Beteiligung an der Monticello Grand Casino & Entertainment World um einen dreistelligen US-Dollar-Millionenbetrag an den bisherigen Mitgesellschafter Sun International verkauft, teilte das Unternehmen am Mittwoch in einer knappen Aussendung mit.

Im Geschäftsbericht für das Jahr 2013 verwies der Konzern auf die strengere Nichtraucherregeln in Chile, die viele Besucher davon abhielten, ins Casino zu gehen. "Im März 2013 ist in Chile ein Nichtraucherschutzgesetz in Kraft getreten, dessen Auswirkungen im Casino Monticello deutlich spürbar waren. Sowohl die Anzahl der Besucher als auch die Durchschnittserlöse je Glücksspielgerät sanken infolge des neuen Gesetzes", wird erklärt.

Der Glücksspieltempel südlich der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile wurde Ende 2009 gemeinsam mit zwei Partnern eröffnet. In der Casinoanlage befinden sich neben 1.600 Automaten, 100 Spieltischen und einer großen Bingo-Installation auch ein Konferenzzentrum und ein Fünf-Sterne-Hotel. Der Marktanteil beträgt laut Konzernangaben rund 30 Prozent.

Im März 2010 war das Casino durch das verheerende Erdbeben in Chile beschädigt worden, binnen Minuten mussten 1.000 Personen evakuiert werden.

Novomatic hält am Spielbanken-Joint-Venture "Novo Sun" laut Geschäftsbericht 50 Prozent. Einer Aussendung aus dem Jahr 2009 zufolge betrugen die Errichtungskosten rund 275 Mio. Dollar (200,9 Mio. Euro). Novomatic und der südafrikanische Casinobetreiber Sun International hielten bei der Eröffnung gemeinsam 80 Prozent der Anteile, der Rest war in Händen zweier international tätiger Glücksspielunternehmen.

Novomatic ist im glücksspielaffinen Lateinamerika u.a. auch in Guatemala, Costa Rica, Mexiko, Argentinien und in Peru präsent. In Peru etwa betreibt der Konzern 17 Spielhallen. Zuletzt wurde dort mit Automaten knapp 24 Mio. Euro umgesetzt. (APA, 2.7.2014)

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