Koffer in Rom

Einserkastl1. Juli 2014, 18:48
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Aus der Bahn wirft einen am Ende die Antwort der Kummernummer

Tief durchatmen, bevor man zum Telefon greift, jedes Mal eine andere Dame am Ende der Kummernummer am Flughafen Rom Fiumicino, der man die Geschichte des auf dem Flug von Wien verlorengegangenen Koffers einer Freundin immer wieder von Anfang an erzählt, des Koffers, der einen Tag später gefunden wurde und sich seitdem in den Händen des Zustellers befindet - bis die Freundin die Heimreise wieder antritt, nein, den Koffer kann sie sich nicht abholen, denn der ist ja gefunden und deshalb nicht mehr am Flughafen und wird bestimmt bald zugestellt, es ist ja noch nicht einmal eine Woche vergangen, seit ihn der Zusteller hat.

Freundin darf aber immerhin vor der Abreise gespenstische Räume mit vielen Koffern besichtigen. Ihrer ist nicht dabei, und die Kummernummer wird davon überzeugt, dass es aufgrund des Ortswechsels von Freundin gescheit wäre, ihren Hartkoffer, der auf der Lost-&-Found-Site der Airline als Weichkoffer beschrieben ist - ein harter Schlag für Freundin -wieder nach Wien zurückzuschicken. Und so weiter.

Aus der Bahn wirft einen am Ende die Antwort der Kummernummer auf meine Frage, ob es denn nun sinnvoll sei, ob ich den Stand der Dinge des Koffers, der in Wien erwartet werde, weiter bei ihr in Rom abfrage. "Come desidera", wie Sie wünschen, sagte die Holde und war etwas eingeschnappt über meine Antwort, die ich hier nicht wiedergebe. (Gudrun Harrer, DER STANDARD, 2.7.2014)

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