Paypal friert Konto von Krypto-Maildienst Protonmail ein

1. Juli 2014, 15:50
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Verschlüsselungsdienst wird von Mitarbeitern des CERN und MIT entwickelt

Sicherheitsforscher des MIT (Massachusetts Institute of Technology) und des Schweizer CERN arbeiten an einem Dienst, der die Verschlüsselung von E-Mails vereinfach soll. Die Entwicklung von Protonmail soll über eine Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo finanziert werden, die noch bis 17. Juli läuft. Nun wurde allerdings das Konto durch Paypal eingefroren, wie die Entwickler in ihrem Blog berichten.

Keine Vorwarnung

Derzeit könnten sie von ihrem Finanzierungskonto weder Geld abheben, noch darauf einzahlen. Sie seien von Paypal auch nicht vorab gewarnt worden. In einem Telefonat mit einem Paypal-Mitarbeiter habe dieser gesagt, dass nicht geklärt sei ob Protonmail ein legaler Dienst sei und eine "staatliche Erlaubnis" zur Verschlüsselung von E-Mails besitze. Das Recht auf gesichertes Eigentum und Dokumente sei allerdings in der US-Verfassung verankert, merkt man bei Protonmail ab. Eine offizielle Stellungnahme von Paypal liegt noch nicht vor.

Sicherheitsfunktionen

Protonmail wird in der Schweiz gehostet und bietet nach Angaben der Entwickler End-to-end-Verschlüsselung, anonyme Kommunikation, selbstzerstörende E-Mails und auch die Verschlüsselung von Festplatten. Der Dienst befindet sich derzeit in der Beta-Phase, interessierte Nutzer können einen Einladungscode anfordern. (red, derStandard.at, 1.7.2014)

UPDATE 18:26

Paypal hat die Einschränkung des Kontos inzwischen aufgehoben und dem WebStandard folgende Erklärung geschickt:

PayPal hat Änderungen eingeführt, um Probleme bei der Einschränkung von einigen PayPal-Konten zu lösen, die Crowdfunding-Seiten für die Unterstützung ihrer Ideen nutzen. Als Antwort auf diese Probleme haben wir nun speziell für die Unterstützung von Crowdfunding-Kampagnen einen strafferen Prozess eingeführt. Dieser Prozess umfasst, dass PayPal die Initiatoren einer Kampagne früh mit einbezieht, um deren Kampagnen-Ziele besser zu verstehen und ihnen dabei zu helfen, dass ihre Kampagne im Einklang mit unseren Richtlinien sowie geltenden rechtlichen Bestimmungen ist.


Im Fall von ProtonMail hat ein technisches Problem dazu geführt, dass das PayPal-Konto eingeschränkt wurde. Wir haben uns heute mit ProtonMail in Verbindung gesetzt, um dies zu lösen. Wir können bestätigen, dass ProtonMail wieder in der Lage ist, Zahlungen über PayPal zu senden und zu empfangen. Wir entschuldigen uns für die dadurch entstandenen Unannehmlichkeiten.

  • Protonmail wurde der Paypal-Hahn zugedreht.
    foto: protonmail

    Protonmail wurde der Paypal-Hahn zugedreht.

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