Kohlendioxid-Messer der NASA im zweiten Anlauf gestartet

2. Juli 2014, 14:50
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"OCO-2" soll Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre messen - Vorgänger "OCO-1" war beim Start zerstört worden

Washington - Im zweiten Anlauf hat's geklappt: Mit exakt 24 Stunden Verspätung hat die US-Raumfahrtbehörde NASA ihren neuen Satelliten zur Messung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre ins All geschickt. Die Delta-2-Trägerrakete mit dem Satelliten "Orbiting Carbon Observatory-2" (OCO-2) hob um 11.56 Uhr MESZ vom Luftwaffenstützpunkt Vandenberg im US-Bundesstaat Kalifornien ab.

Genau um diese Uhrzeit war auch der Start am Dienstag geplant gewesen. Er musste jedoch in letzter Minute wegen eines technischen Problems verschoben werden. Bereits in den Jahren 2009 und 2011 hatte die NASA vergeblich versucht, einen solchen Satelliten ins All zu schicken - der neue Satellit trägt die Nummer 2, weil  OCO-1 dabei zerstört wurde.

Jubel!

Verständlich daher die Freude der Projektverantwortlichen nach dem gelungenen Start: Die US-Raumfahrtbehörde veröffentlichte Livebilder, auf denen sich Mitarbeiter des Kontrollzentrums  umarmten und die Hände schüttelten. OCO-2 löste sich nach Angaben des NASA-Kommentators Steve Agid nach 56 Minuten Flugzeit planmäßig von der Trägerrakete und flog allein weiter.

Der Satellit soll sich in den sogenannten "A-Train" einreihen, eine Konstellation von fünf anderen Erdbeobachtungssatelliten. Auf einer Umlaufbahn in 705 Kilometern Höhe soll er zwei Jahre lang Messungen vornehmen - laut NASA 24 CO2-Messungen pro Sekunde und etwa eine Million pro Tag.

Die Mission

Der Satellit soll ein genaueres Bild von der Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid in der Atmosphäre liefern, das maßgeblich für die Klimaerwärmung verantwortlich ist. Dabei sollen sowohl die von Menschen gemachten Emissionen gemessen werden als auch die natürlichen CO2-Emissionen. Auch soll der CO2-Ausstoß von Kohlenstoffsenken wie Ozeanen und Regenwäldern gemessen werden.

Im April hatte die CO2-Konzentration in der Atmosphäre der gesamten Nordhalbkugel der Erde ein Rekordhoch von mehr als 400 ppm (parts per million) erreicht. Dies war die höchste Konzentration in der Menschheitsgeschichte. (APA/red, derStandard.at, 2. 7. 2014)

  • 24 Stunden nach dem ersten Zeitfenster für den Start gab es ein zweites - und dieses hat OCO-2 genützt.
    foto: ap photo/nasa, bill ingalls

    24 Stunden nach dem ersten Zeitfenster für den Start gab es ein zweites - und dieses hat OCO-2 genützt.

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