37 Amerikaner, eine Südtirolerin und ich

Blog1. Juli 2014, 13:53
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Sightseeing und Sprachreise auf durch Südeuropa. Erster Stopp: Athen.  

Vom Flugzeug aus sehe ich schon Athen, und mein erster Eindruck ist: Die Stadt wirkt viel riesiger, als ich es mir vorgestellt hatte. Noch habe ich keine Ahnung, was mich die nächsten Tage erwarten wird. Aufgeregt bin ich nicht, aber dennoch sehr gespannt.

Im Hotel angekommen lerne ich schnell die Jugendgruppe aus den USA kennen. Sofort kommen wir ins Gespräch, und meine Angst, dass peinliche Stille herrschen wird, löst sich in Luft aus. Die Schüler sind alle zwischen 15 und 17 Jahre alt, kommen aus Alabama oder North Carolina und sprechen ein unfassbar witziges Südstaatenenglisch. Unser erstes Thema: Witze über „Rednecks“ reißen - also Amerikaner, die in den Südstaaten leben und ein etwas hinterwäldlerisch Gemüt haben.

Natürlich fragen sie mich auch über Österreich aus. Es interessiert sie, was Jugendliche in meinem Alter so machen, auch über Alkohol wird geredet. Sie halten nicht viel davon, dass man in ihrer Heimat erst mit 21 Jahren Alkohol trinken darf. Manche Eltern würden daher ihren Kindern den Alkohol sogar selbst einkaufen, erzählen sie mir.

Plötzlich kommt eine Lehrerin herein und erklärt uns, dass Mädchen und Burschen nicht in einem Zimmer sein dürfen. „We talked about this“, sagt sie. Wir haben es nicht gewusst und allmählich zeigt sich auch das prüde Amerika. Andererseits ist es eh schon spät, und morgen müssen wir früh aufstehen, denn ein langer Tag steht bevor.

Bis zum letzten Winkel verbaut

Die Besichtigung der Akropolis steht auf dem Plan, doch zunächst spazieren wir durch die umliegenden Gärten. Die heiße Sonne strahlt auf uns herab, doch so ungewohnt ist es für die Amerikaner nicht: In Alabama sind sie diese Temperaturen gewöhnt.

Ein Guide führt uns zu einem schönen Platz und wir haben einen fantastischen Blick über Athen und die Akropolis. Sie ist von dicken, weißen Wolken umgeben uns es sieht so aus, als ob das Weltkulturerbe auf ihnen schweben würde. Die Stadt kommt mir gigantisch vor, jeder Quadratmeter scheint verbaut.

Die Solaranlagen auf den Dächern reflektieren das Sonnenlicht und man erhält den Eindruck, als ob „Athina“ – so heißt Athen in Griechisch – glitzern würde. Nun geht es zur Akropolis und wir erhalten eine Führung durch die antike Stadt. Wir besprechen die griechischen Mythen und reden über die Namensgeberin Athens.

Die Amerikaner wissen erstaunlich viel darüber. Das liegt aber vor allem daran, dass so gut wie alle „AP-classes“ (Unterricht auf College-Niveau) haben und ziemlich gescheit sind. Bei ihnen läuft das Programm unter dem Namen „People To People“. Die Organisation wählt die Teilnehmer aus – es werden nur die Besten dazu eingeladen, bei der Reise teilzunehmen. Schon im Vorhinein werden Besprechungen und Treffen abgehalten, um so gut genug vorbereitet zu sein.

"Viel gesünder und Bio"

Anschließend gehen wir in ein griechisches Restaurant. Wir essen stets traditionell, damit auch jeder einen Eindruck der örtlichen Kulinarik erhält. Alle schwärmen vom Essen und erwähnen den großen Unterschied zu den USA: Vieles sei gesünder und Bio, aber am meisten sind sie über das Wasser erstaunt. Es schmecke viel besser und sei nicht so verschmutzt. Ich kann es nicht ganz nachvollziehen, denn im Vergleich zum österreichischen Wasser ist das griechische viel zu stark gefiltert und hat einen Chlor-Beigeschmack.

In den USA ist es aber noch viel schlimmer, sie müssen das Wasser immer aus Flaschen kaufen, erzählen sie mir, während wir griechischen Fetakäse als Vorspeise essen. In Griechenland kostet eine 1,5l Flasche Wasser 50 Cent - in den USA um ein Vielfaches. Es ist wirklich verrückt.

Am Abend gehen wir zurück ins Hotel. Wir holen schnell unsere Koffer und unseren „Nachtrucksack“, denn nun fahren wir mit der Fähre nach Kreta.  Als die Fähre aufs Meer setzt, gehen ein paar Leute und ich nach oben aufs Deck. Die Sonne ist schon untergegangen und alles, was bleibt, ist das Rot über den Bergen. Die Stadt leuchtet noch und langsam wird es zunehmend dunkler. Wir laufen am Deck herum und der Wind bläst uns die Haare ums Gesicht. Wir lachen und freuen uns auf den nächsten Halt: Heraklion.

Diese Reise erfolgte auf Einladung der PDM Touristik GmbH.

Going Europe

  • Artikelbild
    foto: nadine dimmel
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